Ruf nach Gleichstellung im Sport23 / 02 / 2026
Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen unterstützt den Flashmob von Daniela Niederstätter und Sara Canali im Südtirol Home in Antholz mit dem Motto „Kein Traum darf wegen des Geschlechts eingeschränkt werden“. Am Donnerstagabend wurde ein starkes Zeichen für Gleichstellung im Sport gesetzt. Bei einer Veranstaltung der Südsterne wurde mit einem Flashmob auf die Initiative „Girls wanted“ aufmerksam gemacht, die fordert, Talente nach Fähigkeiten und nicht nach Geschlecht zu bewerten. Seit den Olympischen Winterspielen in Mailand Cortina steht der „Girls wanted“-Container von Künstlerin Lena Lepschina an einem wichtigen Austragungsort und zieht die Aufmerksamkeit von Besuchern und Sportlern auf sich. Das Projekt „Girls wanted – talent over gender“ wurde von Daniela Niederstätter (Niederstätter Spa) und Sara Canali (SHER) entwickelt und vom Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen unterstützt.
Kein Traum dürfe durch das Geschlecht eingeschränkt werden, denn Stereotype bremsen Talente, während ein respektvolles Umfeld Fähigkeiten sichtbar werden und wachsen lässt – im Sport wie in allen Bereichen der Gesellschaft, so der Tenor der Athletinnen und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Politik und Institutionen, die sich am Flashmob beteiligt haben. Die Aktion stand unter der Schirmherrschaft von Landeshauptmann Arno Kompatscher.
Genau an jenem Tag, an dem die Wettkämpfe der nordischen Kombination der Männer stattfanden, sollte die Aktion auch auf die nordische Kombination der Frauen aufmerksam machen. Diese ist im Programm der Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 nicht vorgesehen und bleibt damit die einzige Wintersportdisziplin ohne Frauenwettbewerb, trotz der Proteste vieler Athletinnen.
Zum Thema gemacht wurde auch die Ungleichheit, die es in der medialen Darstellung von Frauen im Sport weiterhin gebe. So wurde hervorgehoben, dass Sportlerinnen zu oft als Freundinnen, Verkäuferinnen oder Mütter beschrieben werden, bevor sie als Athletinnen wahrgenommen werden. Dabei hätten diese Olympischen Spiele eindrucksvoll gezeigt, wie stark und widerstandsfähig Frauen sind: etwa durch das erste Olympische Kunstbahnrodelrennen im Doppelsitzer der Frauen oder durch Medaillenleistungen, die Männer und Frauen gleichermaßen erzielt haben. Ebenso seien Athletinnen, etwa durch die weit verbreitete Verpflichtung zu hellen Anzügen bei Heimrennen, immer noch Normen unterworfen, die eher dem Erscheinungsbild als der Funktionalität und dem Wohlbefinden dienen.

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