Landwirtschaftsehrung02 / 03 / 2026

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Landwirtschaftsehrung02 / 03 / 2026

Landwirtschaftsehrung<span class="hitradio-master-datum">02 / 03 / 2026</span>

Der Südtiroler Bauernbund und die Südtiroler Raiffeisenkassen haben drei Familien mit dem Bergbauernpreis ausgezeichnet. Dieser Preis wird an Familien verliehen, die besondere Leistungen erbringen, und soll auf die wichtigen Beiträge aller Bergbauernfamilien in Südtirol aufmerksam machen.

Sie stellen unter anspruchsvollen Bedingungen hochwertige Lebensmittel her, pflegen die Kulturlandschaft, erhalten Traditionen, sind im Dorfleben aktiv und tragen zur Attraktivität des ländlichen Raums bei. „Bergbäuerinnen und Bergbauern leisten Außergewöhnliches. Mit dem Bergbauernpreis wollen wir drei Familien auszeichnen und zeigen, was wir der Bergbauernschaft verdanken. Hochwertige Lebensmittel und Landschaftspflege sind das Ergebnis harter Arbeit“, betonte Daniel Gasser vom Bauernbund. Die Bergbauernfamilien zeichnen sich durch Fleiß, Bescheidenheit und Zufriedenheit aus.
„Einen Bergbauernhof zu führen und ihn für die nächste Generation attraktiv zu halten, ist eine große Herausforderung in Zeiten des Wandels“, erklärte Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol. Seit vielen Jahren unterstützen die Raiffeisenkassen Südtirols den Bergbauernpreis finanziell. „Die vom Raiffeisenkassen gespendeten Preise sind eine wichtige Anerkennung für die Verdienste der Südtiroler Bergbäuerinnen und Bergbauern.“

Gruppe von Menschen auf einer Bühne, die eine Auszeichnung halten, umgeben von Blumen. Einige tragen traditionelle Trachten.

Christian und Ingrid Berger bewirtschaften zusammen mit Altbauer Franz Berger und den Kindern Anna, Leo und Lena den Oberrieserhof in Ahornach/Sand in Taufers. Der Hof umfasst 5,5 Hektar Wiesen sowie zwei Hektar Pachtwiesen. Dank der Meliorierungen können die Wiesen effizient mit Maschinen bearbeitet werden. Ein moderner Fuhrpark ist wichtig, um das Heu rechtzeitig zu lagern. Christian Berger investiert regelmäßig in den Hof. Der Haupterwerb ist die Milchwirtschaft mit durchschnittlich 15 Großvieheinheiten. Zum Tierwohl hat er den Stall in einen Kombinationsstall umgebaut und einen Teil der Tiere verbringt den Sommer auf der Alm. Das zweite Einkommen kommt aus der Holzwirtschaft; 18 Hektar Wald gehören zum Hof und ein neuer Weg erleichtert die Bewirtschaftung. Bäuerin Ingrid Berger arbeitet in Teilzeit. Trotz der vielen Arbeit ist Christian Berger auch in Vereinen aktiv. Er übernahm den Hof als jüngstes Kind nach dem Tod seiner Mutter und bewirtschaftet ihn seitdem vorbildlich.

Gruppenfoto von Männern und Frauen in traditioneller Tracht auf einer Bühne, einige halten eine Urkunde und einen Blumenstrauß, mit einem Raiffeisen-Werbeschild im Hintergrund.

Am steilen Gebracksberg im Sarntal liegt der Kohlhof (115 Erschwernispunkte) von Stephanie Oberkalmsteiner. Sie führt den Bergbauernhof zusammen mit der Schwiegermutter Karolina Oberkalmsteiner und den Kindern Leonie und Hannes Oberkalmsteiner. Acht Hektar Wiesen werden zwei Mal gemäht. Um die Bewirtschaftung zu erleichtern, wurde ein Teil der Wiesen im letzten Jahr melioriert und entwässert. Zehn Hektar Weide gehören ebenfalls zum Bergbauernhof. Die Familie lebt vorwiegend von der Aufzucht. Zukünftig will die Familie Oberkalmsteiner in die Direktvermarktung einsteigen. Neben Brot möchten Stephanie und Hannes Oberkalmsteiner dann vor allem Fleisch selbst verarbeiten und vermarkten. Die Idee von Hannes Oberkalmsteiner, der noch zur Schule geht, ist eine Hofmetzgerei. Wichtig ist der jungen Familie der Erhalt der Traditionen, etwa durch die Instandhaltung der Holzzäune. 
Trotz großer Herausforderungen bewirtschaftet die junge Familie den Kohlhof vorbildlich und hat nie ans Aufgeben gedacht. Das ist keine Selbstverständlichkeit, dann das Schicksal hat es mit der Familie Oberkalmsteiner nicht gut gemeint. Vor etwas mehr als zwei Jahren ist Bauer Walter Oberkalmsteiner bei der Waldarbeit von einem Baumstamm erdrückt worden. Dabei wäre genau an diesem Tag ein Grund zum Feiern gewesen: Erstmals nach Jahren hat sich der Kopftumor von Tochter Leonie Oberkalmsteiner verkleinert. Die Verleihung des heurigen Bergbauernpreises am 28. Februar ist für die Familie eine besondere Auszeichnung an einem ganz speziellen Tag: dem Geburtstag von Walter Oberkalmsteiner. 

Gruppe von Menschen in traditionellen Trachten auf einer Bühne, etwa zehn Personen, darunter Kinder, halten Preise und Blumenstrauß.

Andreas Volgger bewirtschaftet mit seinen Eltern und Freundin den Eggerhof in Pfunders/Vintl. Der Hof aus dem 14. Jahrhundert ist seit dem 17. Jahrhundert im Familienbesitz und seit 1988 ein Erbhof. Die Familie Volgger bewirtschaftet 21 Hektar Wiesen, 80 Hektar Alm und 35 Hektar Wald. Bei der Heuernte helfen auch die Verwandten. Der Hof hat verschiedene wirtschaftliche Standbeine, wobei die Milchwirtschaft im Fokus steht. Im Sommer verarbeitet Altbäuerin Lea die Milch zu Käse und Butter, die selbst verkauft werden. Den Rest des Jahres wird die Milch an den Milchhof Brimi geliefert. Ein zusätzliches Standbein ist die Almausschank auf der Bodenalm.
Der Hof ist energieautark durch ein kleines Wasserkraftwerk und Photovoltaikanlagen, was Kosten spart. Andreas und Josef Volgger haben in den Hof investiert. Der Lauf- und Kompoststall sichert das Tierwohl. Die Familie ist bekannt für ihren Almabtrieb, der viele Schaulustige anzieht. Der Hof wurde zweimal von einer Lawine zerstört, doch jedes Mal wieder aufgebaut. Die Verbundenheit zum Erbe der Vorfahren ist für Bergbauernfamilien besonders wichtig.

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