Bruno Falissard-Psychoanalyse im Gesundheitswesen07 / 03 / 2026
Seit November letzten Jahres haben die Angriffe von Aufsichtsbehörden auf den Freudschen Ansatz zugenommen, nachdem ein Gesetzesvorschlag vorgelegt wurde, der die Bezugnahme auf die Psychoanalyse im Gesundheitswesen verbietet. Es geht nicht mehr nur um akademische Diskussionen, sondern um persönliche Angriffe, wie im Fall von Bruno Falissard, einem Kinderpsychiater und Epidemiologen, der das Konzept des Autismus als „neurokognitive Entwicklungsstörung“ kritisierte; er wurde in einer Untersuchung von L’Express am 15. Februar angegriffen.
Am 12. Februar erklärte die französische Gesundheitsbehörde (HAS) die Psychoanalyse als nicht empfehlenswert. Am 19. Februar schloss die regionale Gesundheitsbehörde der Île-de-France plötzlich vier kinder- und jugendpsychiatrische Abteilungen der Vallée-Stiftung in Gentilly (94), ohne den Patienten und ihren Familien alternative Lösungen anzubieten.
Forschung zur Zukunft der Psychiatrie: Falissard leitet ein Projekt zur Neugestaltung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Frankreich für 2026–2050, bei dem KI-gestützte Analysen zur Systemorganisation und Wissensintegration eingesetzt werden.
Debatte über Digitalisierung: Im Januar 2026 äußerte er sich zum Einfluss von Smartphones auf Jugendliche und meinte, dass digitale Werkzeuge die kognitiven Fähigkeiten junger Menschen eher verändern als verschlechtern („sie wirken intelligenter als wir in ihrem Alter“).
Leitung von Forschungseinrichtungen: Er ist Direktor des CESP (Centre de Recherche en Épidémiologie et Santé des Populations), einer wichtigen Forschungseinrichtung des INSERM. Kritik an der „Neuro-Zentrierung“: Falissard warnt vor einer Überbetonung der Neurowissenschaften in der Psychiatrie und fordert einen multidisziplinären Ansatz mit Soziologie, Philosophie und Epistemologie.
Akademischer Hintergrund & Ämter
Ausbildung: Absolvent der École Polytechnique (Mathematik & Physik), gefolgt von einem Medizinstudium und einer Promotion in Biostatistik.
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