Die historischen Waale in Schenna und Mais werden gerade rechtzeitig für die neue Saison saniert. Landesrat Walcher machte sich vor Ort ein Bild der Bauarbeiten.

Ohne Wasser läuft in der Südtiroler Landwirtschaft bekanntlich nichts. Gerade die jahrhundertealten Waale sind im Burggrafenamt unverzichtbar, wenn es um die Bewässerung der Kulturen geht. Damit die Felder rechtzeitig zum Frühjahrsbeginn versorgt werden können, laufen beim Forstinspektorat Meran aktuell die letzten Sanierungsarbeiten auf Hochtouren.
Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher hat sich diese Woche selbst auf den Weg gemacht, um den Fortschritt an zwei zentralen Baustellen zu begutachten: dem Schenner Waal und dem Maiser Neuwaal. Begleitet wurde er beim Lokalaugenschein von Georg Pircher, dem Direktor des Forstinspektorats Meran. Und die Zeit drängt enorm. Spätestens Ende März müssen alle Arbeiten zwingend abgeschlossen sein. Der Grund dafür ist einfach: Schon Anfang April wird traditionell das Wasser in die Kanäle geleitet – oder wie man hierzulande sagt, „eingekehrt“. Ab diesem Moment müssen die Systeme für die Bauern einwandfrei funktionieren.
Vor Ort zeigte sich deutlich, wo der Forstdienst anpacken musste. Am immerhin zehn Kilometer langen Maiser Neuwaal haben die Arbeiter im Laufe des März ein knapp 115 Meter langes Teilstück komplett generalsaniert. Ein Stück weiter, beim Schenner Waal im Bereich der sogenannten Katzenleiter, wird ebenfalls noch gewerkelt. Die Finanzierung und den Auftrag für die Erneuerung dieses Teilstücks hat übrigens direkt der Tourismusverein Schenna übernommen.
Dass der Tourismus hier mitzahlt, macht absolut Sinn, denn die Waale erfüllen längst eine Doppelrolle. Sie sind nicht nur eine landwirtschaftliche Lebensader, sondern ihre schmalen Begleitwege zählen im Frühling zu den absoluten Lieblingszielen von Spaziergängern. Sobald die Temperaturen steigen, tummeln sich auf den Waalwegen Einheimische und Urlaubsgäste.
Für die Mitarbeiter des Forstdienstes ist die Arbeit mit dem Wasserabschluss aber natürlich nicht getan. Wenn die warme Jahreszeit richtig Fahrt aufnimmt, verlagert sich der Schwerpunkt auf die außerordentliche Instandsetzung der restlichen Wanderwege – vor allem in den sensiblen Schutzgebieten wie den Natur- und Nationalparks.
