Schul- und sprachübergreifende Kooperation zwischen Meran und Bozen

Das Berufsbildungszentrum „Dipl. Ing. Luis Zuegg“ in Meran und die Berufsschule „Luigi Einaudi“ in Bozen setzen weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit. Angehende Verkäuferinnen und Verkäufer lernen dabei im Austausch ganz praxisnah die zweite Landessprache.

A group of ten people standing outdoors, dressed in winter jackets, posing for a photo. The background features trees and a signpost.
Foto: LPA/Berufsbildungszentrum „Dipl. Ing. Luis Zuegg“ Meran

Wer im Südtiroler Einzelhandel bestehen will, braucht mehr als nur ein freundliches Lächeln – Zweisprachigkeit ist an der Ladentheke Pflicht. Um den Nachwuchs praxisnah auf den Berufsalltag vorzubereiten, gehen zwei Berufsschulen aus Meran und Bozen gemeinsame Wege. Statt auf trockenen Frontalunterricht setzen sie auf den direkten, ungeschönten Austausch zwischen den Sprachgruppen.

Die deutsche und die italienische Sprache prallen in Südtirols Geschäftsalltag täglich aufeinander. Für angehende Verkäuferinnen und Verkäufer stellt diese sprachliche Zweigleisigkeit oft eine der größten Hürden beim Berufseinstieg dar. Das Berufsbildungszentrum „Dipl. Ing. Luis Zuegg“ in Meran und die Bozner Berufsschule „Luigi Einaudi“ steuern dieser Unsicherheit mit einem schul- und sprachübergreifenden Kooperationsprojekt gezielt entgegen.

Im Zentrum der Initiative steht der praktische Sprachaustausch. Auszubildende der deutsch- und der italienischsprachigen Einrichtung treffen direkt aufeinander, um in authentischen Situationen miteinander zu kommunizieren. Die Prämisse der Projektverantwortlichen ist simpel, aber effektiv: Sprache verfängt am besten, wenn man sie spricht – idealerweise mit Muttersprachlern der eigenen Altersgruppe.

Es gehe in erster Linie darum, Berührungsängste abzubauen und die Zweitsprache nicht länger als lästiges Schulfach, sondern als unverzichtbares Kommunikationsmittel zu begreifen. Engagierte Lehrkräfte wie Tatjana Kaserer begleiten die Jugendlichen bei diesem Prozess. Der Unterricht verlagert sich dabei weg von abstrakten Grammatikübungen hin zu echten Verkaufssituationen, Kundenberatungen und Alltagsdialogen. So werden die Schüler unmittelbar auf die realen Anforderungen des regionalen Arbeitsmarktes trainiert.

Der praxisnahe Ansatz zeigt Wirkung: Die Hemmschwelle, in der anderen Landessprache zu kommunizieren, sinkt bei den Auszubildenden spürbar. Angesichts dieser Entwicklung planen die Direktionen beider Schulen bereits, die landesübergreifende Kooperation fest in den Lehrplan der kommenden Jahre zu integrieren.

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