Grenzüberschreitendes Lernen: Fachschulen stärken den Euregio-Ring10 / 04 / 2026
Am 15. April bekräftigen Bildungseinrichtungen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino ihre Zusammenarbeit, um den Austausch im land- und hauswirtschaftlichen Schulalltag auszubauen.

Die Landwirtschaft und die Hauswirtschaft in den alpinen Regionen stehen vor teils identischen praktischen Herausforderungen, unabhängig von den bestehenden politischen Grenzen. Um das Wissen und die Erfahrungen junger Menschen in diesen Bereichen besser miteinander zu verknüpfen, erneuern die Fachschulen der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino am 15. April das Abkommen zum sogenannten Euregio-Ring. Dieses Bildungsnetzwerk bildet die Basis für direkte, zwischenmenschliche Begegnungen im schulischen und beruflichen Alltag.
Der Zusammenschluss zielt im Kern darauf ab, den Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrpersonal konkrete Möglichkeiten für gemeinsame Projekte, Hospitationen und Praktika in den jeweiligen Nachbarregionen zu eröffnen. Anstatt landwirtschaftliche Methoden oder hauswirtschaftliche Betriebsführungen nur im Theorieunterricht zu vergleichen, ermöglicht der Euregio-Ring den Jugendlichen, den realen Arbeitsalltag jenseits der eigenen Landesgrenze kennenzulernen.
Praktische Erfahrung und Sprachpraxis
Für die angehenden Fachkräfte bedeutet diese Vernetzung eine Erweiterung ihres gewohnten Umfelds. Bei gemeinsamen Fachwettbewerben und Austauschprogrammen lösen die Jugendlichen in gemischten Teams praktische Aufgaben. Dieser direkte Kontakt hilft nicht nur dabei, unterschiedliche handwerkliche oder organisatorische Herangehensweisen zu erlernen, sondern fördert auch ganz nebenbei die Kommunikation über Sprachbarrieren hinweg. Der Austausch zwischen den deutsch-, italienisch- und ladinischsprachigen Gebieten wird so zu einem greifbaren Teil der Ausbildung.
Die formelle Erneuerung der Partnerschaft findet am 15. April im Rahmen eines gemeinsamen Treffens der Schulleitungen und Bildungsvertreter der drei Länder statt. Bei dieser Zusammenkunft werden die Abläufe der vergangenen Jahre sachlich evaluiert und die Weichen für die kommenden Schuljahre gestellt. Im Fokus steht dabei die Planung neuer, gemeinsamer Unterrichtsmodule, die sich an der Lebensrealität und den aktuellen Erfordernissen der alpinen Land- und Hauswirtschaft orientieren.
Ein Netzwerk für den künftigen Berufsalltag
Für die Landesverwaltungen der beteiligten Regionen stellt das Abkommen ein Werkzeug dar, um die Europaregion auf einer sehr praktischen, alltäglichen Ebene zu verankern. Durch die Fortführung des Euregio-Rings wird den jungen Menschen eine Plattform geboten, um bereits während ihrer Schulzeit länderübergreifende berufliche Kontakte zu knüpfen und ihre fachliche Ausbildung durch persönliche Begegnungen im Alpenraum zu bereichern.
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