Bozen: Behörden decken Beschäftigungsskandal auf Großbaustellen auf16 / 06 / 2026

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Bozen: Behörden decken Beschäftigungsskandal auf Großbaustellen auf16 / 06 / 2026

Bozen: Behörden decken Beschäftigungsskandal auf Großbaustellen auf<span class="aero-title-date">16 / 06 / 2026</span>

Großangelegte Kontrollaktion im Bozner Industriegebiet – Ermittler stoßen auf illegale Beschäftigungsverhältnisse, massive Verstöße gegen Arbeitssicherheitsbestimmungen und Scheinfirmen.

Im Rahmen einer koordinierten Aktion haben Ermittlungsbehörden in Bozen erhebliche Unregelmäßigkeiten auf mehreren Großbaustellen aufgedeckt. Bei den Überprüfungen, die gemeinschaftlich vom Arbeitsinspektorat, den Carabinieri und der Finanzwache durchgeführt wurden, stießen die Beamten auf ein verzweigtes System aus Schwarzarbeit, unzulässigen Subunternehmerketten und schwerwiegenden Mängeln beim Arbeitsschutz.

Die Kontrollen konzentrierten sich vor allem auf Großprojekte im Bozner Industriegebiet, wo in den vergangenen Monaten eine auffallend hohe Zahl an Subunternehmen registriert worden war. Die Bilanz der Behörden ist weitreichend: Mehrere Dutzend Arbeiter waren nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung gemeldet oder verfügten nicht über die notwendigen Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen. Zudem wurden auf zwei Baustellen die Arbeiten wegen unmittelbarer Gefahr für die Sicherheit der Beschäftigten – darunter mangelhafte Gerüstabsicherungen und fehlende persönliche Schutzausrüstung – vorübergehend komplett eingestellt.

Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und Scheinfirmen

Über die arbeitsrechtlichen Verstöße hinaus haben die Finanzbehörden tiefergehende Ermittlungen gegen die Betreibergesellschaften eingeleitet. Es besteht der begründete Verdacht, dass ein Großteil der beteiligten Subunternehmer als reine „Briefkastenfirmen“ oder Scheingesellschaften fungierte. Diese wurden offenbar gezielt zwischengeschaltet, um Lohnsteuern und Sozialabgaben zu hinterziehen sowie Tarifverträge zu umgehen.

Die Staatsanwaltschaft Bozen hat die Ermittlungen gegen mehrere Bauunternehmer und Projektverantwortliche aufgenommen. Den Betroffenen drohen neben massiven Verwaltungsstrafen im sechsstelligen Bereich auch strafrechtliche Konsequenzen wegen Dokumentenfälschung, Steuerbetrugs und der Ausbeutung von Arbeitskräften. Die Behörden kündigten an, die Kontrolldichte auf Südtiroler Baustellen auch in den kommenden Monaten auf diesem hohen Niveau aufrechtzuerhalten, um faire Wettbewerbsbedingungen im Baugewerbe zu sichern.

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