Lehrer*innen erhalten höhere Bruttogehälter, doch reale Kaufkraft bleibt fraglich28 / 08 / 2026
Die UIL Schule Südtirol erklärt, welche Teile der angekündigten Erhöhungen Inflationsausgleich, Nachzahlungen und echte Gehaltszuwächse sind
Am 27. August 2026 veröffentlichte die UIL Schule Südtirol eine technische Klarstellung zu den angekündigten Gehaltserhöhungen im Schulwesen. Laut Bericht erhalten Grund‑ und Mittelschullehrkräfte rund 5.200 Euro brutto pro Jahr, während Oberstufenkollegen zwischen 5.300 und 7.500 Euro brutto jährlich bekommen. Für weitere Personalkategorien werden Beträge von 10.000 bis 12.000 Euro genannt, rückwirkend ab dem 1. Januar 2026.
Ein erheblicher Teil dieser Summen dient jedoch nicht als echte Lohnerhöhung, sondern als Ausgleich für die in den vergangenen Jahren entstandene Inflation. Die UIL betont, dass bis zu die Hälfte des Bruttobetrags lediglich nominale Anpassungen seien, die den Kaufkraftverlust kompensieren. Erst der verbleibende Anteil, bestehend aus kollektivvertraglichen Erhöhungen, Berufseinstiegs‑Zuschlägen, Dienstalters‑Vorrückungen und individuellen Zulagen, stellt einen realen Zuwachs dar.
Die Rückwirkung ab dem 1. Januar 2026 führt zudem zu einmaligen Nachzahlungen, die in der ersten Auszahlung einen hohen Bruttobetrag ergeben, jedoch das monatliche Nettogehalt langfristig nicht im gleichen Umfang erhöhen. Da alle genannten Zahlen Bruttowerte sind, reduzieren Sozialversicherungsbeiträge und Steuern die tatsächlich ausbezahlten Beträge. Für das Lehrpersonal bleibt daher die Entwicklung des Reallohns entscheidend – nicht die nominale Summe, sondern der Teil, der die Kaufkraft nachhaltig stärkt.
Die UIL fordert daher, dass Politik und Schulträger die echten Reallohnzuwächse klar kommunizieren und künftig stärker auf nachhaltige Lohnstruktur setzen, um das Lehrpersonal langfristig zu motivieren und die Bildungsqualität zu sichern.
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