Einheitlicher Betreuungspfad: Südtirol stärkt Demenzversorgung mit klaren Leitlinien29 / 08 / 2026
Landesweite Initiative vernetzt Hausärzte, Memory Clinics und Pflegedienste, um Frühdiagnose und Betreuung bis 2028 zu sichern.
Bozen – In Südtirol steigt die Zahl der Demenzerkrankten rasant; Prognosen gehen von 8.700 Betroffenen bis 2050 aus. Angesichts einer alternden Gesellschaft ist eine koordinierte Versorgung unverzichtbar, um Betroffene und Angehörige zu entlasten.
Am 28. August hat die Landesregierung den diagnostisch‑therapeutischen Betreuungspfad 2026‑2028 genehmigt. Er schafft einen verbindlichen Rahmen, der Hausärzte, Memory Clinics, Gesundheits‑ und Sozialdienste sowie die Zentren für kognitive Störungen (CDCD) eng vernetzt. Frühdiagnosen sollen künftig nicht nur in Praxen, sondern auch in Notaufnahmen und Seniorenheimen stattfinden, während die CDCD als zentrale Anlaufstelle für Diagnose, Nachsorge und Vernetzung fungieren.
Zur Umsetzung stehen 150.000 Euro im Jahr 2026 und weitere 300.000 Euro in den Folgejahren bereit. Ein ständiger Landestisch aus Vertretern von Gesundheit, Soziales und dem Sanitätsbetrieb überwacht die Fortschritte und bindet Angehörigenverbände ein. Ziel ist ein umfassender Landesdemenzplan, der nicht‑medikamentäre Therapien, Hauskrankenpflege und Palliativversorgung stärker berücksichtigt und damit langfristig die Lebensqualität der Betroffenen sichert.
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