80 Jahre Südtiroler Autonomie: Stolz, Wachsamkeit und Zukunft04 / 09 / 2026
Zum 5. September erinnert die Freiheitliche Partei an die Errungenschaften, warnt vor Zentralisierung und identitätspolitischen Angriffen
Im September 2026 feiert Südtirol sein achtzigstes Autonomiejahr – ein Meilenstein, der sowohl Stolz als auch kritische Reflexion weckt. Wie Roland Stauder, Obmann der Freiheitlichen, betont, war 1946 noch keine Autonomie, sondern das Ringen um Selbstbestimmung. Das Gruber‑Degasperi‑Abkommen vom 5. September 1946 legte den Grundstein, während der Pariser Vertrag als „Magna Charta Südtirols“ gilt, weil er den Schutz der deutschen und ladinischen Minderheit verankerte.
Heute genießt Südtirol weitgehend eigenständige Entscheidungsbefugnisse, doch Stauder warnt vor wachsenden Zentralisierungstendenzen des Staates und vor linken Identitätstheorien, die die Grundprinzipien der Autonomie untergraben wollen. Er kritisiert die Gefahr, dass die Errungenschaften als selbstverständlich gelten und dadurch das empfindliche Gleichgewicht zwischen den Sprachgruppen erodiert werden könnte.
Der 5. September soll daher nicht nur ein Festtag sein, sondern ein Aufruf, die erreichten Rechte zu bewahren und mutig weiter an einer prosperierenden, interethnischen Zukunft zu arbeiten. Stauder fordert eine konsequente Haltung, die sich gegen jede Form von Identitätsverleugnung stellt und die Autonomie als lebendiges Fundament Südtirols verteidigt.
Die Freiheitlichen sehen in der anhaltenden wirtschaftlichen Stärke und dem kulturellen Austausch ein Beweis dafür, dass die Autonomie nicht nur ein rechtliches Konstrukt, sondern ein gelebtes Modell des Zusammenlebens ist. Dennoch bleibt die Aufgabe, die Jugend für diese Errungenschaften zu sensibilisieren und den Dialog zwischen Deutsch, Italienisch und Ladinisch zu fördern, um das Fundament für kommende Generationen zu sichern.
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