Pariser Vertrag 1946‑2026: Südtirols Weg zur Autonomie und Selbstbestimmung04 / 09 / 2026
80‑jährige Jubiläumsveranstaltung beleuchtet historischen Kontext, Umsetzung und aktuelle Bedeutung des Grundsteins südtiroler Selbstverwaltung für die regionale Stabilität und den Minderheitenschutz
Am 3. September versammelten sich im Palais Widmann in Bozen Historiker, Politiker und Interessierte zur Auftaktveranstaltung der 80‑jährigen Jubiläumsfeier des Pariser Vertrags. Die Tagung, vom Zentrum für Regionalgeschichte organisiert, markierte den Beginn einer Reihe von Veranstaltungen, die am 5. September im Kurhaus von Meran mit einem Festakt ihren Höhepunkt finden werden. Ziel war es, den historischen Kontext des Vertrags und seine fortwirkende Relevanz für Südtirol zu beleuchten.
Landeshauptmann Arno Kompatscher betonte in seiner Eröffnungsrede, dass das Abkommen damals eine Enttäuschung gewesen sei, aber ohne es die Südtirol‑Frage nicht auf die UN gebracht worden wäre. Michael Gehler skizzierte den Weg zum Vertrag, während Stefan Lechner die Rückoptionen aus der faschistischen Ära analysierte. Andrea Bonoldi stellte die wirtschaftlichen und territorialen Auswirkungen dar, und Annemarie Augschöll erläuterte das Recht auf Muttersprache im Schulwesen – ein zentrales Element des Vertrags.
Die Tagung zeigte, wie das Gruber‑De‑Gasperi‑Abkommen die deutsche Minderheit im Kanaltal stärkte und die Erinnerungskultur seit den 1960er Jahren prägt, wie Historiker Hans Heiss darlegte. Ein weiterer Termin am 7. September im selben Haus, organisiert von der Universität Innsbruck, widmet sich dem Minderheitenschutz. Die Veranstaltungen verdeutlichen, dass der Pariser Vertrag nach acht Jahrzehnten weiterhin das Fundament für Südtirols Autonomie und den Schutz seiner sprachlichen Vielfalt bildet.
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