Graffiti-Attacke am Bozner Rathaus: Stadt im Schock nach Mittag05 / 09 / 2026
Ein unbekannter 50‑jähriger sprayt beleidigende Parolen an Rathaus und Bibliothek, während die Stadtverwaltung rasch reagiert und Strafen prüft.
Gestern, kurz vor 14.00 Uhr, wurde das Bozner Rathaus von einem bislang unbekannten Mann um etwa 50 Jahre mit einer schwarzen Spraydose attackiert. Eine Passantin filmte, wie er am Haupteingang ein beleidigendes Wortspiel gegen die Stadtverwaltung anbrachte und unbeirrt weiter sprühte, bevor er in Richtung Lauben flüchtete. Die Stadtverwaltung ließ die Beschriftungen innerhalb von weniger als einer Stunde entfernen, um den öffentlichen Raum wieder zu säubern.
Im weiteren Verlauf des Nachmittags fanden Polizisten weitere Schmierereien an den Lauben und an der Fassade der Stadtbibliothek, teilweise mit faschismusbezogenen Vorwürfen. Die Stadtpolizei und die Quästur haben die Ermittlungen aufgenommen; Bürgermeister Claudio Corrarati verurteilte das Vorgehen und kündigte mögliche Schadenersatzforderungen sowie strafrechtliche Konsequenzen an. Mögliche Anklagepunkte umfassen Sachbeschädigung, Verunstaltung öffentlicher Gebäude und eventuell Verleumdung, da einige Parolen die Stadtverwaltung persönlich angriffen.
Die Stadtverwaltung kämpft bereits seit Monaten gegen illegale Graffiti. Im Februar stellte der Stadtviertelrat Altstadt‑Bozner Boden‑Rentsch einen 15‑Punkte‑Aktionsplan vor, der das Neustreichen beschmutzter Fassaden vorsieht. So wurden die Rauschertorgasse und das Maria‑Hueber‑Gymnasium frisch renoviert – ein sichtbares Zeichen für Ordnung und Pflege. Bürgerinnen und Bürger zeigten sich dankbar für die schnelle Wiederherstellung, betonten jedoch, dass Prävention und Aufklärung wichtiger seien als reine Säuberungsaktionen.
Trotz dieser Maßnahmen bleibt das Risiko von erneuten Vandalismusangriffen hoch. Beobachter sehen in den jüngsten Vorfällen ein Symptom gesellschaftlicher Spannungen, das die Behörden zwingt, nicht nur schnell zu reinigen, sondern auch präventiv zu handeln. Die Bürger hoffen, dass das neue Vorgehen das Stadtbild langfristig schützt. Langfristig könnte ein stärkeres Engagement von Schulen und Kunstprojekten dazu beitragen, Ausdrucksformen zu fördern und das Vandalismusrisiko zu senken.
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