Kompromiss in Kaltern: Vinzenzgemeinschaft und Gemeinde teilen Tertiarkloster05 / 09 / 2026
Nach langen Verhandlungen erhalten das Klostergebäude und angrenzende Wohnungen neue soziale Nutzungen für Senioren, Frauen in Not und Obdachlose
Kaltern steht nach monatelangen Verhandlungen vor einer richtungsweisenden Einigung über das ehemalige Tertiarkloster. Die Gemeinde und die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft haben sich darauf verständigt, das Areal künftig gemeinsam zu nutzen und jeweils eigene soziale Projekte zu realisieren. Auch die bisherige Eigentümerin, die Kongregation der Tertiarschwestern, hat den Kompromiss bestätigt.
Die Vinzenzgemeinschaft übernimmt das historische Haupthaus und plant dort ein „Vinzihaus der Solidarität“, inspiriert vom Vorbild in Brixen. Das Haus soll Wohnraum für bis zu 34 Menschen bieten, ergänzt durch eine VinziTafel, die Mahlzeiten für Bedürftige ausgibt, und eine Kleiderkammer, die Kleidung an Obdachlose verteilt. Für dieses Vorhaben verzichtet die Gemeinde bewusst auf ihr Vorkaufsrecht.
Im Gegenzug verkauft die Vinzenzgemeinschaft das benachbarte „Haus Elisabeth“ mit zwölf Wohnungen an die Gemeinde. Diese will die Einheiten gezielt für Senioren und Frauen in Not einsetzen. Die unmittelbare Nähe zum bestehenden Altenheim ermöglicht eine enge Betreuung und schafft Synergien zwischen den Generationen.
Die Einigung wird noch vom Kalterer Gemeinderat und dem Zentralrat der Vinzenzgemeinschaft genehmigt werden müssen, bevor die Projekte realisiert werden können. Sobald die Formalitäten abgeschlossen sind, könnte Kaltern ein Modell für gemeinnützige Zusammenarbeit in Südtirol bieten.
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