Bauboom in Südtirol? Zahlen zeigen dramatischen Einbruch im 202608 / 09 / 2026 | Robert
Die vorläufigen Astat‑Zahlen belegen einen Rückgang der Baugenehmigungen um über zehn Prozent und einen Bauabschlussverlust von 77 Prozent.
Das Südtiroler Statistikinstitut Astat hat am 7. September 2026 die vorläufigen Zahlen zur Bautätigkeit im ersten Halbjahr veröffentlicht. Grundlage sind die von den Gemeinden gemeldeten Baugenehmigungen und die fertiggestellten Bauvorhaben. Die Daten geben erstmals Aufschluss über die Entwicklung des Bausektors in einer Region, die traditionell stark von Bauinvestitionen profitiert.
Im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 wurden Baugenehmigungen für ein Gesamtvolumen von 1.532.000 Kubikmetern erteilt. Das entspricht einem Rückgang von 13,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Während 2025 noch rund 1,77 Millionen Kubikmeter genehmigt wurden, liegt das aktuelle Volumen deutlich darunter. Der Rückgang spiegelt sowohl ein nachlassendes Vertrauen der Investoren als auch steigende Baukosten und Unsicherheiten im Finanzierungsumfeld wider.
Der Einbruch bei den Bauabschlüssen ist noch dramatischer: Im ersten Halbjahr 2025 wurden 1.136.000 Kubikmeter fertiggestellt, 2026 sank die Zahl auf lediglich 261.000 Kubikmeter – ein Minus von 77 Prozent. Experten führen das vor allem auf Lieferengpässe, höhere Materialpreise und eine zurückhaltende Nachfrage nach neuen Wohn- und Gewerbeflächen zurück. Ohne Gegenmaßnahmen droht ein längerfristiger Abschwung, der Arbeitsplätze und das regionale Wirtschaftswachstum gefährden könnte.
Die Landesregierung plant bereits, durch vereinfachte Genehmigungsverfahren und gezielte Förderprogramme die Bauaktivität wieder anzukurbeln. Beobachter betonen jedoch, dass strukturelle Probleme – etwa der demografische Wandel und die Knappheit von Bauland – langfristig adressiert werden müssen, um nachhaltiges Wachstum zu sichern.
Offizielle Pressepartner
