Senatswahlkreise neu: Bozen nur noch mit Leifers vereint15 / 09 / 2026 | Robert
Der Senat beschließt neue Grenzen, das Unterland wird dem Wahlkreis Meran zugeordnet, während Bozen und Leifers zusammenbleiben.
Am Montag hat der italienische Senat die Neugestaltung der Südtiroler Einerwahlkreise verabschiedet. Nach dem erfolgreichen Antrag der SVP‑Senatoren Meinhard Durnwalder und Julia Unterberger umfasst der Wahlkreis Bozen künftig ausschließlich die Landeshauptstadt und die Gemeinde Leifers. Das restliche Unterland, namentlich Branzoll und Pfatten, wird dem Wahlkreis Meran zugeordnet. Damit wird die seit 1991 geltende Regelung, die eine ausgewogene Vertretung der Sprachgruppen sichern soll, erneut angepasst. Die Entscheidung ist Ergebnis monatelanger Verhandlungen zwischen den Fraktionen und spiegelt das Bestreben wider, die dem Südtirol‑Paket entsprechenden Vorgaben zu erfüllen.
Die Umstrukturierung löste im Unterland heftige Proteste aus: Bürger*innenversammlungen, Kundgebungen und sogar Fackelzüge versammelten Hunderte. SVP‑Vorsitzende Julia Unterberger bezeichnete die Änderung als „Fehler“, betonte jedoch, dass die Einheit des Unterlandes durch die Zuordnung aller betroffenen Gemeinden zum Wahlkreis Meran bewahrt sei. Oppositionelle Parteien, insbesondere die Grünen und die PD, kritisierten die Maßnahme als undemokratischen Deal zwischen SVP und Fratelli d’Italia, der den politischen Pluralismus untergrabe. Auch der ehemalige Bozner Senator Luigi Spagnolli bezeichnete die Regelung als von oben verordnete Entscheidung, die das Vertrauen der Bevölkerung erschüttere.
Zusätzlich wurde im Senat ein SVP‑Antrag angenommen, der einen dritten Minderheitensitz in der Abgeordnetenkammer sichern soll, um die deutsch‑ und ladinischsprachige Bevölkerung weiterhin angemessen zu repräsentieren. Beobachter warnen jedoch, dass die neue Wahlkreisaufteilung langfristig zu einer stärkeren ethnischen Spaltung führen könnte, sofern die politischen Parteien nicht erneut nach Ausgleich streben.
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