Untersuchungsausschuss beleuchtet Medienrolle während der Corona‑Krise und Verantwortlichkeiten25 / 09 / 2026 | Robert
Im Gespräch mit Dolomiten‑Chefredakteur, ehemaligem Rai‑Chef und Biostatistiker wird die Entstehung von Informationen und Meinungen in der Pandemie kritisch analysiert.
Am Mittwoch traf der vom Landtagpräsidenten Brigitte Foppa geleitete Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Corona‑Maßnahmen 2020‑2023 in Bozen zusammen. Ziel war, die Rolle der Medien bei der Informations‑ und Meinungsbildung während der Pandemie zu prüfen. Neben dem Vorsitzenden hörte die Kommission am Vormittag den Vize‑Chefredakteur der „Dolomiten“, Günther Heidegger, den ehemaligen Rai‑Präsidenten Marcello Foa und den Biostatistiker Markus Falk, um unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten.
Heidegger schilderte, dass die „Dolomiten“ in der Krisenzeit vor allem zur Vorsicht aufrief und einen Leitfaden für ein rasches gesellschaftliches Come‑back aus der Pandemie bieten wollte. Auf Fragen nach politischem Einfluss oder Inseraten‑Druck betonte er, dass die Zeitung unabhängig sei und keine Zensur von Leserbriefen praktiziere, obwohl in der Nach‑ und Folgewelle zahlreiche kritische Beiträge veröffentlicht wurden. Er räumte ein, dass die Gesellschaft polarisiert war, aber dass niemand bewusst Spaltung herbeiführen wolle.
Foa erklärte die Informationspyramide, an deren Spitze Regierungen und internationale Akteure stehen, deren Botschaften über Presseagenturen filtriert und von Journalisten weitergetragen werden. In Zeiten großer Angst, wie bei Covid‑19, führe dies schnell zu einer Einheitsmeinung, während nur wenige Journalisten „gegen den Strom schwimmen“. Falk ergänzte, dass seine biostatistischen Analysen während der Pandemie kontinuierlich Daten lieferten, die von Medien und Politik gleichermaßen genutzt wurden, und betonte die Notwendigkeit transparenter Datenbasis für fundierte Berichterstattung.
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