Helikoptertourismus bleibt trotz neuer Umweltkompetenz ungebremst im Südtiroler Himmel30 / 09 / 2026 | Robert
Team K kritisiert die Landesregierung für leere Versprechen, EU‑Bürokratie und fehlenden politischen Willen beim Schutz sensibler Bergregionen
Das Südtiroler Team K im Landtag äußert deutliche Verärgerung: Nach der Autonomiereform im Juni 2026 besitzt das Land nun die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für Umweltschutz und Ökosysteme. Statt sofortiger Maßnahmen verweist die Landesregierung jedoch auf europäische Vorgaben und rechtliche Hürden, was die Kritik an der Fortsetzung des Helikoptertourismus befeuert. Die Bevölkerung in den betroffenen Tälern beklagt bereits seit Jahren den dröhnenden Lärm, der den Naturtourismus und die Lebensqualität beeinträchtigt.
Landesrat Peter Brunner antwortete auf eine Anfrage des Teams K mit Verweis auf die EU‑Luftraumrichtlinie (EU‑RL 2024/2803) und das Risiko von Anfechtungen. Ein Gesetzentwurf, bereits 2024 erarbeitet, sei nach einem negativen Gutachten der ENAC eingefroren worden; nun sei die Arbeit wieder aufgenommen, ohne konkreten Zeitplan. Zudem sei unklar, ob die EU‑Richtlinie überhaupt Anwendung finde, da nationale Regelungen weiterhin Vorrang haben könnten.
Team K betont, dass Hubschrauberlandeplätze über 1.600 Meter bereits nach Landesrecht sanktioniert werden könnten, dennoch jedoch in sensiblen Berggebieten aktiv sind. Der fehlende Lärmschutz und das Ausbleiben verbindlicher Kontrollen widersprechen den Versprechen der Regierung, die Bevölkerung vor Fluglärm zu schützen. Die Opposition wirft zudem eine enge Verflechtung zwischen Tourismusverbänden und Entscheidungsträgern vor, die die Durchsetzung strenger Umweltschutzmaßnahmen erschwere.
Franz Ploner fordert die rasche Vorlage eines Gesetzes, wirksame Einschränkungen touristischer Flüge in Schutzgebieten und konsequente Sanktionen. Ohne politischen Willen bleibt die neue Umweltkompetenz ein leeres Versprechen, während die Natur und die Lebensqualität der betroffenen Gemeinden weiter gefährdet werden. Ein frühzeitiger Dialog mit den Gemeinden und eine transparente Berichterstattung könnten das Vertrauen wiederherstellen und zeigen, dass die Landesregierung die Verantwortung ernst nimmt.
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