Morandell tritt zurück: Doppelrolle in Südtirols Politik beendet02 / 10 / 2026 | Robert
Nach öffentlicher Kritik an Landeschef Galateo und wachsenden Inkompatibilitätsvorwürfen resigniert die SVP-Generalsekretärin, um die Doppelrolle zu beenden
Bozen – Die langjährige Vorsitzende der sozialen Mitte in der Südtiroler Volkspartei, Gabriele Morandell, hat ihr Amt als Generalsekretärin der Region niedergelegt. In einer Erklärung gegenüber der Zeitung Alto Adige betonte sie, dass die Unvereinbarkeit zwischen ihrem politischen Engagement und ihrer hohen Beamtenposition klar sei und sie auf Anraten des Landeshauptmanns handeln werde. Der Rücktritt markiert das Ende einer umstrittenen Doppelrolle, die in den letzten Monaten für heftige Debatten gesorgt hatte.
Der Auslöser war ein öffentlicher Streit mit Vizelandeshauptmann Marco Galateo von den Fratelli d’Italia. Morandell hatte Galateos Schulprojekt „La Costituzione vista da noi“ als nationalistisch kritisiert und zugleich betont, dass sie die Südtiroler Freiheit lieber als Koalitionspartner der SVP sehen würde. Galateo reagierte, indem er die Inkompatibilität ihrer beiden Ämter forderte und von ihr eine Entscheidung verlangte, unterstützt von Landesrat Christian Bianchi.
Mit Morandells Rücktritt entlässt die Regionalverwaltung eine Schlüsselperson, deren politisches Netzwerk die SVP seit Jahren prägt. Beobachter sehen darin ein Signal an die Partei, künftig klare Grenzen zwischen Parteifunktion und Staatsdienst zu ziehen, um weitere Konflikte zu vermeiden. Die SVP muss nun intern über die Nachfolge entscheiden und zugleich ihr Profil gegenüber den Koalitionspartnern neu ausrichten, während Galateo und seine Fraktion die Gelegenheit nutzen, ihre Position in der Landesregierung zu stärken.
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