Südtirol fordert menschenwürdige Arbeit jenseits reiner Kosten und Profit08 / 10 / 2026 | Robert

Am Welttag für menschenwürdige Arbeit mahnt der SGBCISL, Löhne, Sicherheit und Work-Life-Balance zu priorisieren für alle Beschäftigten
Am 7. Oktober feierte Südtirol den Welttag für menschenwürdige Arbeit. Der SGBCISL betonte, dass Arbeit nur dann würdig sei, wenn sie ein sicheres, gesundes Umfeld bietet, ein ausreichendes Einkommen garantiert und Beruf und Privatleben in Einklang bringt. Generalsekretärin Donatella Califano verwies darauf, dass die Würde des Menschen nicht hinter reinen Arbeitskosten zurücktreten darf und forderte ein Umdenken seitens Unternehmen und Politik.
Califano warnte, dass steigende Lebens‑ und Wohnkosten die kürzlich vereinbarten Kollektivlohnerhöhungen schnell entwerten. Selbst Beschäftigte mit unbefristeten Vollzeitverträgen spüren den Kaufkraftverlust, während prekäre Arbeitsverhältnisse besonders stark belastet werden. Der SGBCISL fordert verbindliche Kollektivverträge, Investitionen in Arbeitssicherheit und gezielte politische Maßnahmen, um Familien zu entlasten und die Attraktivität der Arbeitsplätze zu sichern. Nur durch faire Löhne und sichere Rahmenbedingungen kann Südtirol langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
Der SGBCISL‑Generalsekretär Georg Plaickner betonte, dass der akute Fachkräftemangel nicht durch längere Arbeitszeiten, sondern durch angemessene Löhne, flexible Arbeitsmodelle und klare Aufstiegsperspektiven gelöst werden kann. Er forderte einen kontinuierlichen Dialog zwischen Sozialpartnern, Politik und Wirtschaft, um den demografischen und technologischen Wandel zu bewältigen. Investitionen in Weiterbildung und moderne Arbeitsorganisation seien ebenso wichtig wie Maßnahmen im Wohnungssektor, um Südtirol als attraktiven Standort für die Arbeitskräfte von morgen zu erhalten.
Abschließend appellierte der SGBCISL an alle Akteure, die Prinzipien der guten Arbeit nicht nur zu diskutieren, sondern aktiv umzusetzen – für ein Südtirol, in dem Würde und Wirtschaftskraft Hand in Hand gehen.
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