Bozens einsprachige Baustellenschilder: Gesetzesverstoß in der Reschenstraße und Zweisprachigkeitsdebatte13 / 10 / 2026 | Robert
Der Südtiroler Heimatbund kritisiert die Stadt Bozen wegen fehlender zweisprachiger Warnschilder bei Glasfaserarbeiten und fordert rechtliche Konsequenzen.
In Bozen ist an der Kreuzung Reschen‑Baristraße erneut ein einsprachiges Warnschild für die Verlegung von Glasfaserkabeln zu sehen. Die Schilder zeigen ausschließlich italienischen Text, obwohl das Autonomiestatut Südtirols eine verpflichtende Zweisprachigkeit für öffentliche Beschilderungen vorsieht. Der Vorfall hat den Südtiroler Heimatbund (SHB) auf den Plan gerufen, der die Stadtverwaltung scharf kritisiert.
Der SHB‑Vertreter Roland Lang weist darauf hin, dass die Arbeiten von der Firma Sensi Srl aus Revina, Trient, durchgeführt werden. Er vermutet, dass weder das Unternehmen noch die Gemeinde über die geltenden Bestimmungen informiert wurde. Nach dem Gesetz muss die deutsche Sprache in gleicher Schriftgröße wie das Italienische erscheinen, um die Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung zu wahren. Die Stadt Bozen habe zudem bislang keine schriftliche Genehmigung für einsprachige Schilder erteilt, was die Verantwortung weiter belastet.
Die Missachtung der Zweisprachigkeitsregelung ist nach dem DPR Nr. 574 vom 15. Juli 108 strafbar und kann mit einer Geldbuße von bis zu 2 500 Euro geahndet werden. Der SHB hat bereits die Stadträtin für Mobilität, Johanna Ramoser, kontaktiert und angekündigt, dem Regierungskommissariat eine detaillierte Sachverhaltsdarstellung zu übermitteln, um die Höchststrafe zu beantragen.
Solange die Stadt Bozen nicht konsequent auf die gesetzlichen Vorgaben achtet, könnte das Problem systematisch wiederkehren. Der SHB fordert daher eine klare Kommunikation seitens der Gemeinde und eine sofortige Anpassung aller einsprachigen Schilder, um die zweisprachige Identität Südtirols zu schützen.
Offizielle Pressepartner
