Tourismus in Südtirol: Fakten statt pauschaler Linkspopulismus‑Kritik unter genauer Analyse16 / 10 / 2026 | Robert
Harald Stauder weist die einseitigen Vorwürfe zurück und erläutert die komplexen Lohnstrukturen im Gastgewerbe Südtirols.
Im Oktober 2026 löste die Äußerung der Landtagsabgeordneten Elisabeth Rieder in der Sendung „Pro und Contra“ heftige Debatten aus. Sie behauptete, der Südtiroler Tourismus könne seine Beschäftigten nicht angemessen bezahlen. Der SVP‑Fraktionsvorsitzende Harald Stauder reagierte scharf und warf ihr pauschale Vorwürfe als billigen Linkspopulismus zurück.
Im Gastgewerbe Südtirols gelten besondere kollektivvertragliche Regelungen. Das Landesabkommen legt ein provinziales Lohnelement von 150 Euro seit Dezember 2025 fest, das allen Beschäftigten zusteht. Rund 70 % der Belegschaft arbeiten saisonal oder befristet und erhalten einen zusätzlichen Saisonzuschlag von acht Prozent. Ein Abspüler in der siebten Lohnstufe verdient dadurch etwa 275 Euro brutto mehr als Kolleginnen im übrigen Italien. Viele Betriebe zahlen zudem übertarifliche Löhne auf Basis individueller Vereinbarungen, die jedoch nicht statistisch erfasst sind.
Stauder betont, dass Jahresverdienste die saisonale Realität verzerren. Da rund sieben von zehn Beschäftigten nur acht bis zehn Monate im Jahr arbeiten, beziehen die ausgewiesenen Bruttojahreseinkommen häufig nur diese Arbeitsmonate. Zeiten von Arbeitslosengeld oder Tätigkeiten in anderen Sektoren bleiben unberücksichtigt. Zusätzlich erhalten viele Arbeitnehmer Unterkunft und Verpflegung, was die effektive Kaufkraft erhöht. Ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Beschäftigungsdauer und dieser Zusatzleistungen würden pauschale Vergleiche die Branche fälschlich schlecht dastehenlassen.
Die Debatte zeige, dass faire Lohndiskussionen fundierte Daten erfordern und nicht auf vereinfachenden Parolen beruhen sollten. Stauder fordert Politiker und Medien, die Komplexität des Sektors zu würdigen und konstruktive Lösungen zu suchen, statt mit populistischen Schlagworten zu polarisieren. Ein sachlicher Dialog könne langfristig sowohl Beschäftigten als auch der Wirtschaft zugutekommen.
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