Dormizil EO eröffnet Winter‑Nachtquartier für Obdachlose in Bozen17 / 10 / 2026 | Robert
Am Welttag gegen Armut bietet der Verein 25 Plätze, unterstützt von Freiwilligen, für Arbeitende ohne Unterkunft.
Am 17. Oktober, dem Welttag zur Bekämpfung der Armut, öffnete der gemeinnützige Verein Dormizil EO sein Winter‑Nachtquartier in der Vintlerstraße 9 in Bozen. Zunächst ziehen 17 Menschen ein, darunter zwei Frauen, und innerhalb von zehn Tagen sollen alle 25 Betten belegt sein. Damit deckt das Quartier mehr als ein Drittel der regulären Winternachtplätze in der Stadt ab, obwohl in den letzten Wochen 52 Anfragen eingingen.
Die Gäste kommen aus den unterschiedlichsten Lebenslagen: einige arbeiten seit Jahren in lokalen Unternehmen, andere verloren nach Saisonende ihre Stelle und leben in Lieferwagen, Garagen oder behelfsmäßigen Unterkünften am Fluss. Unter den 25 zukünftigen Bewohnern sind Menschen aller Altersgruppen, von 2000 geboren bis 1955, sowie mehrere mit italienischer Staatsbürgerschaft und einem hohen Anteil Südtiroler. Viele kämpfen mit psychischen Belastungen, Suchtproblemen oder sozialer Isolation, was die Dringlichkeit professioneller Begleitung erhöht.
Das Nachtquartier wird von der einzigen Angestellten Monika Stuefer und den Freiwilligen Magdalena Oberrauch und Paul Tschigg geleitet. Zwei Freiwillige übernehmen den Nachtdienst, weitere übernehmen Frühstücksdienst, Reinigung, Wäsche und Lebensmittelversorgung. Durch ihre Arbeit entsteht ein sicherer Ort, an dem Gäste von 19.00 bis 8.30 Uhr bleiben, ihr mitgebrachtes Essen erwärmen und gemeinsam frühstücken können. Der Verein hofft, dass das Modell gesellschaftliche Solidarität stärkt und langfristig den Weg aus der Obdachlosigkeit ebnet.
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