In jedem Menschen steckt ein Wehrmutstropfen von Rassismus und Gewaltbereitsschaft,welcher meistens von den Institutionen gesäht wird,erklärt Torggler Siegfried,an der Tagung der Menschenrechtsorganisation.
Das Bildungsressort plant eine Aktualisierung der Lehrmaterialien und Maßnahmen mit der Jugendarbeit zur Förderung der Erinnerungskultur. Ziel ist es, geschichtliches Bewusstsein zu stärken und Jugendlichen einen zeitgemäßen Zugang zur Vergangenheit zu ermöglichen. Die Landesregierung hat am 27. Februar über diese Themen beraten. Die schulischen Materialien sollen wissenschaftlich modernisiert und didaktisch verbessert werden, um ein besseres Verständnis der Geschichte Südtirols zu bieten. Landesrat Achammer betont, dass historisches Lernen wichtig ist, um gesellschaftliche Veränderungen einzuordnen und demokratische Werte zu fördern. Zudem wird die Erinnerungsarbeit außerhalb der Schule gestärkt; ein Projekt mit der Jugendarbeit soll neue Zugänge zur Zeitgeschichte schaffen und Jugendlichen einen Raum bieten, um eigene Sichtweisen einzubringen. Ziel ist es, Geschichte erlebbar zu machen und sie in die demokratische Bildung einzubinden.
Ein weiterer Schwerpunkt galt der Prävention von Extremismus und Radikalisierung. Das Amt für Jugendarbeit hat hierzu in Zusammenarbeit mit Eurac Research eine neue, zwölfmonatige Studie in Auftrag gegeben. Die letzte vergleichbare Untersuchung stammt aus dem Jahr 2010 – seither haben sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen, digitale Kommunikationswege und extremistische Erscheinungsformen stark verändert. Die neue Studie soll aktuelle Wahrnehmungen aus Schulen, Jugendarbeit und Sozialdiensten erfassen, unterschiedliche Formen des Extremismus untersuchen und digitale Radikalisierungsprozesse analysieren. Auch Jugendliche selbst werden über die YouthApp sowie über die ASTAT-Jugendstudie eingebunden.
„Ein reflektierter Umgang mit der eigenen Vergangenheit ist eine zentrale Voraussetzung, um Radikalisierung frühzeitig entgegenzuwirken. Historisches Bewusstsein kann helfen, gesellschaftliche Spannungen abzubauen und Jugendlichen Orientierung in einem zunehmend komplexen Umfeld zu geben“, betont Landesrat Achammer. Die geplanten Maßnahmen im Bereich der Jugendarbeit sollen daher nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch dazu beitragen, demokratische Haltungen zu stärken und extremistischen Tendenzen wirksam vorzubeugen.
