Die Bozner Grünen teilen mit, was sie von ihren Vertreterinnen und Vertretern in den Kindergartenkomitees erfahren haben, die in diesen Tagen stattfinden: Unter vielen Eltern herrscht große Besorgnis über die Erhöhung der Gebühren und die Änderung des Beitragssystems, insbesondere in Bezug auf den verlängerten Betreuungsdienst.
Der Vorschlag der Verwaltung sieht eine Erhöhung der monatlichen Gebühr für die normale Besuchszeit von 78 auf 81 Euro vor (rund 4 % mehr) sowie eine grundlegende Änderung des Tarifsystems für die verlängerte Besuchszeit, das von einem monatlichen Fixbetrag von 102 Euro auf einen Tarif von 4 Euro pro Nachmittag umgestellt wird. Bei voller Nutzung können die Kosten bis zu 160 Euro pro Monat betragen, was einer Erhöhung von rund 57 % gegenüber dem bisherigen Tarif entspricht.
Aus den Komitees wurde deutlich die Sorge geäußert, dass die steigenden Kosten und das neue Tarifsystem die Zugänglichkeit des Dienstes beeinträchtigen könnten, insbesondere für berufstätige Familien und für Familien ohne familiäre Unterstützungsnetzwerke. Für viele Familien ist die verlängerte Besuchszeit keine optionale Wahl, sondern ein wesentliches Instrument zur Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben.
Die Grünen betonen zudem, dass Tarifpolitiken, die die Kinderbetreuungsdienste verteuern, Auswirkungen auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen und auf den tatsächlichen gleichberechtigten Zugang zu Bildungsdiensten haben können – insbesondere in einem Kontext steigender Lebenshaltungskosten und rückläufiger Geburtenzahlen.
„Das neue System kann für die verlängerte Betreuung bis zu 160 Euro pro Monat kosten, was einer Erhöhung von rund 57 % gegenüber den bisherigen 102 Euro entspricht“, erklärt Chiara Rabini. „Für viele Familien ist dieser Dienst keine Wahl, sondern eine arbeitsbedingte Notwendigkeit. Wenn wir die Erwerbstätigkeit von Frauen unterstützen wollen, dürfen gerade jene Dienste, die Frauen das Arbeiten ermöglichen, nicht teurer werden.“
Aus diesen Gründen wurde eine Anfrage an die Stadtregierung eingebracht, um Klarheit über die Gründe der Gebührenerhöhung, deren wirtschaftliche und soziale Auswirkungen sowie über mögliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Zugänglichkeit des Dienstes und zur konkreten Unterstützung der Familien zu erhalten.
In Bildungs- und Betreuungsdienste zu investieren bedeutet, in die Zukunft der Gemeinschaft, in den sozialen Zusammenhalt und in die Familienpolitik zu investieren.
