SVP vergisst Gründungsauftrag: Wahlkreis Bozen-Unterland zerfällt und gefährdet interethnisches Gleichgewicht26 / 08 / 2026
Myriam Atz kritisiert die Neugliederung, warnt vor Verlust politischer Stimme und Zerstörung historischer Wirtschafts- und Lebensräume
Der Senatswahlkreis Bozen‑Unterland, lange ein Symbol für sprachgruppenübergreifenden Konsens, wird durch die neue Aufteilung in den Großwahlkreis Meran‑Vinschgau zerschlagen. Myriam Atz, Landtagsabgeordnete der Süd‑Tiroler Freiheit und gebürtige Kaltererin, sieht darin einen gravierenden Einschnitt für die Bevölkerung des Unterlands und gefährdet damit deren politische Teilhabe. Die Entscheidung wirft Fragen nach der Wahrung der Minderheitenrechte und der wirtschaftlichen Kohärenz des Gebietes auf.
Durch die Angliederung von Eppan und Kaltern an Meran‑Vinschgau verliert das Unterland seiner eigenständigen politischen Stimme. Atz betont: „Die Wirksamkeit der Bürgerstimme ist das zentrale Prinzip demokratischer Wahlen, und Politiker müssen die realen Lebens‑ und Wirtschaftsräume ihrer Wähler kennen.“ Die neue Grenze zerreißt etablierte Strukturen. Damit droht nicht nur ein Verlust an Einfluss, sondern auch eine Entfremdung zwischen Verwaltung und Bevölkerung.
Die Kritik ist für Atz persönlich, da ihr Urgroßvater Josef Atz maßgeblich am Autonomiepaket mitwirkte. Sie wirft der SVP vor, das historische Erbe zu verraten und sich mit postfaschistischen Kräften zu verbünden. „Die SVP hat vergessen, warum sie gegründet wurde“, schallt ihr Vorwurf, ein Angriff auf das interethnische Gleichgewicht. Für die deutsche und ladinische Minderheit bedeutet das eine gefährliche Schwächung ihrer politischen Schutzmechanismen.
Angesichts der drohenden Zerreißung fordert Atz die Wiederherstellung des historischen Wahlkreises Bozen‑Unterland. Nur ein starkes Bekenntnis zur Autonomie könne die jahrzehntelange Balance zwischen den Sprachgruppen sichern.
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