Südtirols Weg zur Unabhängigkeit: 80 Jahre Gruber-Degasperi-Abkommen im Fokus04 / 09 / 2026
Am Jahrestag kritisiert Süd-Tiroler Freiheit die SVP, fordert ein Ende der Koalition und betont eigenständige Zukunft ohne italienische Kontrolle
Am 3. September 2026 versammelten sich die Landtagsabgeordneten Bernhard Zimmerhofer, Myriam Atz, Hannes Rabensteiner und Sven Knoll in Bozen, um anlässlich des 80. Jahrestages des Gruber‑Degasperi‑Abkommens die aktuelle Autonomiepolitik scharf zu kritisieren. Die Bewegung Süd‑Tiroler Freiheit betonte, dass nur eine vollständige Unabhängigkeit von Italien Südtirols langfristige Sicherheit gewährleisten könne.\n\nAuf der Pressekonferenz warfen sie der Südtiroler Volkspartei (SVP) vor, ihren Gründungsauftrag zum Schutz der deutschen und ladinischen Minderheit zu vernachlässigen. Sie verwiesen auf konkrete Gefährdungen: die geplante Zerschneidung des Senatswahlkreises Bozen‑Unterland, die Abschwächung der Muttersprachenregelungen, das Aufweichen des ethnischen Proporzes und die jüngste Autonomiereform, die den Handlungsspielraum der Region einschränke.\n\nDie Süd‑Tiroler Freiheit forderte die SVP auf, bei einem Festhalten an der umstrittenen Wahlkreisreform die Koalition mit Fratelli d’Italia und Forza Italia in Bozen unverzüglich zu beenden. Gleichzeitig reichten die Abgeordneten einen eigenen Landtagsantrag ein, der die Neueinteilung der Senatswahlkreise stoppen und die bestehenden Autonomieregelungen stärken soll.\n\nDer Auftritt der Bewegung hat eine intensive Debatte über Südtirols politische Zukunft ausgelöst. Während Befürworter der Unabhängigkeit das Abkommen als veralteten Kompromiss sehen, bleibt abzuwarten, ob die SVP ihre Strategie anpassen wird.
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