Die richtigen Köpfe: Warum Qualität über Quantität bei Innovation siegt30 / 09 / 2026 | Robert
Eine Studie der Freien Universität Bozen zeigt, dass konvergentes Denken, Offenheit und kreative Erfahrung entscheidend für erfolgreiche Geschäftsideen sind
In einer breit angelegten Untersuchung der Freien Universität Bozen wurde ermittelt, welche persönlichen Eigenschaften Innovationsprojekte wirklich voranbringen. Während bloßer Ideenreichtum häufig als Schlüssel gilt, zeigen die Ergebnisse, dass vor allem konvergentes Denken, eine hohe Offenheit für neue Erfahrungen und langjährige kreative Praxis die Qualität von Geschäftskonzepten bestimmen. Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal Technovation, basiert auf den Antworten von 208 Fach‑ und Führungskräften aus Südtirol und dem gesamten Alpenraum.
Die Teilnehmenden wurden mit etablierten psychologischen Tests zu Persönlichkeit, divergentem und konvergentem Denken sowie kreativer Erfahrung befragt und anschließend aufgefordert, zahlreiche Augmented‑Reality‑Geschäftsideen zu entwickeln, eine auszuwählen und zu einem Geschäftsmodell zu verfeinern. Risikokapitalgeber bewerteten die Konzepte nach Innovationsgrad, Profitabilität und Investitionswürdigkeit. Personen mit stark ausgeprägtem divergentem Denken lieferten zwar mehr Ideen, doch ihre Konzepte schnitten schlechter ab als jene, die konvergentes Denken, hohe Offenheit und langjährige kreative Aktivitäten vorweisen konnten.
Die Ergebnisse haben unmittelbare Konsequenzen für das Kompetenzmanagement von Unternehmen. Bei der Besetzung von Innovationspositionen sollten neben Ausbildung und Berufserfahrung gezielt Merkmale wie Offenheit, konvergentes Denken und kreative Erfahrung berücksichtigt werden. Methoden wie Design Thinking, Innovationslabs oder Hackathons können Prozesse unterstützen, doch ohne die richtigen Köpfe bleibt der Erfolg begrenzt. Professor Thomas Maran betont, dass die Gewinnung solcher Talente die Anpassungsfähigkeit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichert.
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