Hüttenzauber-Stornierungen sorgen für leere Betten und verzweifelte Wirte in Almhütten28/06/202628 / 06 / 2026 | HITRADIO SÜDTIROL Torggler Sigi
Stornierungen führen zu leeren Betten und frustrierten Wirten in Almhütten. Das Leben als Hüttenwirt ist herausfordernd, da die Anforderungen und Vorschriften steigen. Momentan haben die Betreiber zudem mit Problemen zu kämpfen, die vermeidbar erscheinen. Stornoquoten von 30 bis 40 Prozent und Gäste, die nicht erscheinen, belasten die Wirte stark.

„Das Problem ist auch bei uns angekommen“, sagt Daniel Uschounig, Hüttenreferent beim Alpenverein Kärnten. Viele Menschen reservieren jetzt Betten in mehreren Hütten auf beliebten Wanderrouten und entscheiden dann spontan, wo sie tatsächlich übernachten möchten. Dadurch bleiben viele Betten leer. „Wir haben schon erlebt, dass Wanderer in einer Hütte reservieren, dort nur etwas trinken und dann zur nächsten Hütte gehen, ohne den Wirt zu informieren. Ein kurzer Anruf wäre einfach und hilfreich“, sagt Uschounig.
Das kann große Folgen haben. Vorräte für Frühstück oder Abendessen werden nach Reservierungen geplant, und ein „No-Show“ kann im Gebirge als Alarmsignal gelten. „Am Berg kann immer etwas passieren. Ein Hüttenwirt sorgt sich und schaut nach. Bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter könnte er sich selbst in Gefahr bringen. Das sind unangenehme Situationen“, sagt Uschounig. Eine „No-Show-Gebühr“ wird in einigen Restaurants erhoben, ist aber schwer umsetzbar. Die Buchungen gehen meist über das Alpenvereins-Portal Hut-Reservation. Die Preise sind so niedrig, dass eine No-Show-Gebühr niemanden abschrecken würde. „Viele behalten sich die Option für eine zweite Hütte vor“, sagt Uschounig. Eine Nacht im Mehrbettzimmer auf der Wolayersee-Hütte kostet 25 Euro. Anzahlungen spielen dabei keine große Rolle. Das Problem hat zugenommen: 2022 lag die Stornoquote in Österreich noch bei 15 Prozent, jetzt bei bis zu 40 Prozent. Immer mehr Menschen besuchen die Berge, was neue Probleme im Zusammenleben mit sich bringt. „Der Besucherdruck auf die Hütten steigt. Mehr Menschen sind da, die früher nicht kamen. Das ist gut, aber wir müssen sie für Grundregeln sensibilisieren“, sagt Uschounig. Die Hütten sind zurzeit größtenteils gut besetzt, und es wurden mehr Pächter für vakante Stellen gefunden als im Frühjahr befürchtet.
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