Mobil in die Zukunft25 / 08 / 2023
Der motorisierte Individualverkehr soll laut Klimaplan und Landesplan für nachhaltige Mobilität bis
2040 um 30 % sinken, innerorts gar um 34 %. Für die Gemeinden heißt das, dass sie zum großen
Teil dafür verantwortlich sind, dass innergemeindliche Fahrten mit PKW, Motorrad und
Lieferwagen grundsätzlich abgebaut und anders organisiert werden. Der Heimatpflegeverband ruft
die Gemeinden dazu auf, diese Verantwortung wahrzunehmen und appelliert an das Land, die
Gemeinde darin intensiv zu unterstützen.
Das Landesgesetz für „Raum und Landschaft“ verpflichtet die Gemeinden, eigene Pläne für nachhaltige
Mobilität zu erstellen oder Mobilitäts- und Erreichbarkeitskonzepte vorzulegen. Bozen und Meran
gehören zu den wenigen Gemeinden, die bereits entsprechenden Konzepte erstellt haben. Der neue
Landesmobilitätsplan gibt nun spezifische Ziele für die Konzepte vor und will vor allem die kleineren
Gemeinden bei der Erstellung unterstützen. Aktuell machen die innergemeindlichen Bewegungen 42
% des Verkehrs in Südtirol aus. Gerade diese Bewegungen sollen wesentlich – um 34 % – reduziert
werden. Es sollen neue Fahrradwege entstehen, durch lokale Güterumschlagstellen der innerörtliche
Güterzustellverkehr reduziert und die PKW-Mobilität durch kommunales Parkplatzmanagement
begrenzt werden. „Das sind ganze wesentliche und wichtige Ziele“, findet auch der
Heimatpflegeverband.
Luftqualität und Lärmschutz als wichtige Aspekte
Eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs ist ein zentrales Klimaziel, hat aber auch kurzfristig
positive Auswirkungen auf Luftqualität und Lärmschutz. „Vor allem die Ozonwerte und die Stickoxidund Stickstoffdioxidwerte liegen in einzelnen Gebieten Südtirols noch über den Grenzwerten. Beim
Lärmschutz ist auch auf Gemeindeebene noch Luft nach oben“, so Heimatpflegeobfrau Claudia
Plaikner. Südtirol verfüge zwar über eine Lärmkartierung und einen „Lärmaktionsplan“, aber nur für
Straßen mit einem Aufkommen von mehr als 3 Mio. Fahrzeugen im Jahr, also die A22 und die MeBo.
Der Heimatpflegeverband fordert daher, dass in Sachen Lärmbelästigung bei Straßen mit weniger als
3 Millionen Fahrzeugen im Jahr neue Studien und Messungen erfolgen, die in der Folge zu
Maßnahmen der Lärmeindämmung führen.
Anreize für Gemeinden schaffen und Güterverkehr optimieren
Um die Gemeinden verstärkt in Bezug auf den Verkehr zu aktivieren, sieht der Landesmobilitätsplan
Anreize für jene Gemeinden vor, die Mobilitäts- und Erreichbarkeitskonzepte erstellen. Allerdings
bleibt der Plan in Bezug auf die Gestaltung dieser Anreize und die finanzielle Unterstützung
klimafreundlicher Mobilitätsprojekte vage. Der Heimatpflegeverband fordert daher eine rasche
Ausarbeitung entsprechender Förderrichtlinien durch das Land. Gemeinden sollten diese Gelegenheit
nutzen und mit Bürgerbeteiligung geeignete Konzepte umsetzen. Verschiedene Vorschläge zur
Reduzierung des PKW-Verkehrs liegen bereits auf dem Tisch, darunter auch der Ausbau der
Busverbindungen und des Fahrradwegenetzes, Verkehrsbeschränkungen für sensible Zonen und
Passstraßen und die Reduzierung der Parkplätze im urbanen Raum.
Eine immer wichtigere Rolle beim lokalen Verkehrsaufkommen spielt die Optimierung und
Dekarbonisierung des lokalen und regionalen Güterverkehrs. „Leerfahrten müssen unbedingt
vermieden und die Nutzung von E-Fahrzeugen, auch Fahrrädern, bei der Warenzustellung im urbanen
Bereich muss gefördert werden“, ist sich Plaikner sicher. „Die Gemeinden haben hierfür die Karten in
der Hand. Durch die Schaffung der notwendigen Infrastruktur für den Warenumschlag kann die Lärmund Luftbelastung durch den Zustellverkehr gesenkt und das vom Klimaplan gesetzte Ziel bis 2040
erreicht werden.
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