„Er hat mich gedemütigt und mich angespuckt!“27 / 03 / 2024

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„Er hat mich gedemütigt und mich angespuckt!“27 / 03 / 2024

„Er hat mich gedemütigt und mich angespuckt!“<span class="hitradio-master-datum">27 / 03 / 2024</span>

Am 13. Juli 1961 wurde Johann Fischer aus Kurtatsch von den örtlichen Carabinieri verhaftet. In einem Brief an den damaligen Landeshauptmann Dr. Silvius Magnago berichtete er über seine Erfahrungen in der Kurtatscher Kaserne während seiner Haft.

Hiermit erkläre ich, Johann Fischer, dass ich bei den im Zusammenhang mit den Sprengstoffanschlägen gemachten Verhören folgende Behandlung erfahren habe:

Am 13. Juli wurde ich von einem Carabiniere in die örtliche Kaserne gebracht. Bei dem folgenden Verhör wurde ich gefragt, ob ich im Jahr 1957 in Girlan gewesen sei. Nachdem ich dies verneinte, wurde ich vom verhörenden Polizisten, Carabiniere Marras Giovanni, jedes Mal geschlagen. Gegen 11 Uhr musste ich mich bis auf die Unterhose ausziehen und das Verhör wurde unter diesen demütigenden Bedingungen fortgesetzt.

Gegen 12 Uhr mittags versuchte man mich dazu zu zwingen, ein Glas Salzwasser zu trinken, indem man versuchte, meine Zähne mit einer Besteckgabel auseinanderzudrücken. Das Verhör mit den Misshandlungen wurde bis ungefähr 22 Uhr fortgesetzt, nachdem ich mich gegen 16 Uhr wieder anziehen durfte. Um 23 Uhr wurde ich vom Carabinierioberleutnant Rotellini von Neumarkt hauptsächlich zu den Sprengstoffanschlägen und Verdächtigen in der Gemeinde Kurtatsch verhört. Nachdem ich bis 19 Uhr ordentlich behandelt wurde, wurde ich freigelassen.

Am 27. Juli begab ich mich um 8 Uhr früh erneut in die Kaserne auf Einladung eines Carabinieres. Dort wurde ich erneut vom Carabiniere Marras auf unverschämte Weise beleidigt, und am Ende spuckte er mir ins Gesicht und bemerkte: „Schau, wie du vor Angst schwitzt!“

Es ist anzumerken, dass Carabiniere Marras bereits vor einigen Monaten öffentlich gewalttätig geworden war, und nach einer Beschwerde des Betroffenen, Herrn Grandi Rudolf aus Neumarkt, wurde bei Oberleutnant Rotellini versprochen, den Mann zu bestrafen und zu versetzen.

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