Die Luegbrücke in Nordtirol wird einer Überprüfung unterzogen, wobei im April Einschränkungen auf eine Spur eingerichtet werden.29 / 03 / 2024
Im April wird die renovierungsbedürftige Luegbrücke auf der Nordtiroler Brennerautobahn (A13) einer umfassenden Hauptprüfung unterzogen. Während dieser Phase wird es bis Ende des Monats „teilweise und abwechselnde Einspurigkeiten“ geben, teilte der Autobahnbetreiber Asfinag am Mittwoch mit. Die Ergebnisse dieser Prüfung dienen als Grundlage für die mögliche Einrichtung einer Einspurigkeit ab 2025.

„Wir sind uns bewusst, dass die bestehende Luegbrücke dringend erneuert werden muss, und das betonen wir seit Jahren“, sagte Alexander Walcher, Geschäftsführer der Asfinag. „Die Hauptprüfung wird nun jedoch Klarheit über die aktuelle Statik sowie den Zustand der einzelnen Brückenteile bringen.“
Bei diesem „Check“ werde jedes Brückenteil vor Ort gründlich überprüft, was eine einspurige Verkehrsführung erforderlich mache. Dennoch verfüge die Luegbrücke bereits über eine „umfassende Sensorik“, die den Zustand der Brücke „permanent überwacht“. Dadurch sei die Luegbrücke „derzeit wohl die am besten überwachte Brücke in ganz Europa“, betonte er.
Verkehrseinschränkungen im April
Von 3. bis voraussichtlich 12. April wird in Fahrtrichtung Brenner nur eine Spur zur Verfügung stehen. Anschließend, von 10. bis 30. April, wird diese Einspurigkeit auch in Richtung Innsbruck eingerichtet.
Nach Abschluss der Prüfung erhält der Autobahnbetreiber einen abschließenden Bericht, der Einblicke in alle weiteren erforderlichen Maßnahmen und insbesondere den Zeitplan für deren Umsetzung geben wird, wie Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele erklärte. Eine Arbeitsgruppe wird dann ein detailliertes Maßnahmenpaket für die Zeit der Einspurigkeit ausarbeiten.
Die Zukunft der Brücke ist Gegenstand kontroverser Diskussionen.
Die zukünftige Ausrichtung der Luegbrücke, erbaut in den 1960er-Jahren, war schon lange ein kontroverses Thema zwischen den Bewohnern des Wipptals, der Tiroler Landespolitik und der Asfinag sowie dem Verkehrsministerium. Insbesondere die Gemeinde Gries am Brenner protestierte vehement gegen die Pläne der Asfinag zur umfassenden Sanierung und plädierte stattdessen für einen Tunnel. Der Bürgermeister der Gemeinde legte sogar gegen den Sanierungsbescheid des Verkehrsministeriums Einspruch ein.
Vor den Gemeinderatswahlen im Jahr 2022 brachte auch der damalige Tiroler Landeshauptmann Günther Platter die Idee eines Tunnels ins Spiel. Sein Nachfolger Anton Mattle hingegen hielt an dieser Forderung nicht fest. Er betonte, dass es sich mittlerweile weniger um eine politische Frage als vielmehr um eine technische handele. Die Umsetzung eines Tunnelprojekts würde mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen, für die dringenden Verkehrsprobleme sei jedoch keine so lange Wartezeit möglich.
Mattle und sein Verkehrslandesrat René Zumtobel drängten stattdessen auf Verbesserungen seitens der Asfinag bzw. des Bundes, um die Verkehrslast für die Bewohner zu verringern. Der Landeshauptmann forderte außerdem ein umfassendes Konzept für Baustellen und Lärmschutz im gesamten Wipptal.
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