Die Feier von Ostern fällt manchmal im März und manchmal im April. Das liegt daran, dass die Kirche im 4. Jahrhundert festgelegt hat, dass Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang stattfindet. Der früheste Termin ist der 22. März und der späteste der 25. April. Christi Himmelfahrt und Pfingsten hängen von Ostern ab und sind deshalb auch bewegliche Feiertage. Die Osterzeit erstreckt sich bis Pfingsten.
Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern. An diesem Tag ritt Jesus Christus auf einem Esel in Jerusalem. Die Leute begrüßten ihn als den erwarteten Messias und legten Kleidung, Palm- und Ölbaumzweige auf die Straße, um ihm zu huldigen.
Der Gründonnerstag erinnert an das Abendmahl, das Jesus am Vorabend seines Todes mit seinen zwölf Jüngern gefeiert hat. Auf dieses Ereignis geht das Heilige Abendmahl zurück, das in der Kirche begangen wird. Leornado da Vinci hat das Abendmahl Jesu in seinem berühmten Fresko in einem Mailänder Kloster dargestellt.
Am Gründonnerstag erinnert man sich an verschiedene Ereignisse: Jesus hat den Jüngern die Füße gewaschen, um zu zeigen, dass er ihnen gedient hat. Später am Abend wurde er im Garten Gethsemane von seinen Feinden gefangen genommen, nachdem sein Jünger Judas ihn für 30 Silbermünzen verraten hatte, indem er ihn küsste (der sogenannte Judaskuss). Außerdem endet an diesem Tag die Fastenzeit. Die Herkunft des Namens Gründonnerstag ist nicht eindeutig geklärt. Es könnte von den althochdeutschen Wörtern „grunen“ und „grinan“ stammen, die „wehklagen“ oder „weinen“ bedeuten.
Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu und den Sieg des Lebens über den Tod. Nach dem Matthäus-Evangelium kamen Maria Magdalena und eine weitere Frau namens Maria zum Grab Jesu, als ein Engel den Stein, mit dem das Grab verschlossen war, zur Seite wälzte. Der Engel verkündete, dass Jesus nicht hier, sondern auferstanden sei. Als die Frauen sich auf den Weg machten, um den Jüngern davon zu berichten, begegneten sie Jesus, der zu ihnen sprach.
Am Ostersonntag trafen zwei Jünger laut dem Lukas-Evangelium auf Jesus, obwohl sie zuvor an seine Auferstehung gezweifelt hatten. Trotzdem verbreiteten sie die frohe Botschaft mit Freude. Ostern ist das wichtigste Fest der Christen und zentral für ihre Religion, da die Auferstehung Jesu ihren Glauben an ein Leben nach dem Tod begründet.
40 Tage nach Ostern, immer an einem Donnerstag, feiern wir Christi Himmelfahrt. Es wird berichtet, dass Jesus mit seinen Jüngern zusammen war, als er von einer Wolke in den Himmel getragen wurde. In Deutschland ist an diesem Tag auch Vatertag. Früher mussten Grundbesitzer einmal im Jahr um ihre Grundstücke gehen, um ihren Besitzanspruch zu erhalten. Heutzutage machen viele Leute am Himmelfahrtstag Ausflüge und feiern.
Das Pfingstfest findet 50 Tage nach Ostern statt. Es ist das Fest des Heiligen Geistes, der den Aposteln erschienen sein soll. An Pfingsten wird die „Ausgießung“ oder „Entsendung“ des Heiligen Geistes gefeiert. Dieses Ereignis war der Ausgangspunkt für das missionarische Wirken der Jünger Jesu. Der Missionsauftrag ist ein zentraler Punkt im Christentum. Im Judentum ist eine aktive Mission nicht bekannt.
