Luegbrücke Einsturzgefärdet08 / 07 / 2024
Dass die Brücke dringend saniert werden muss, ist den Spediteuren bekannt. Es wird jedoch darauf gedrungen, zumindest die Blockabfertigung von Lastwagen an der Grenze in Kufstein abzuschaffen und das Lkw-Nachtfahrverbot in Tirol zu lockern, um eine bessere Verkehrsverteilung zu erreichen. Sie sind sogar bereit, ein niedriges Tempolimit zu akzeptieren und nur mit leisen und emissionsarmen Lastwagen zu fahren. Es ist jedoch unklar, ob Österreich hier Maßnahmen ergreifen wird. Experten gehen sogar davon aus, dass es noch mehr Blockabfertigungen geben wird. Die Branche glaubt nicht an das von Bernreiter geforderte Slot-System, bei dem Lastwagen Zeitfenster für die Überquerung des Brenners buchen würden. Es wird angenommen, dass das System zu kompliziert ist und „weder kurz- noch mittelfristig für Abhilfe sorgen kann“.
Über 1,8 Kilometer schlängelt sich eine Brücke hoch über der Ortschaft Gries am Brenner . Die wenigsten der jährlich elf Millionen Autofahrer und 2,2 Millionen Lkw-Fahrer kennen ihren Namen. Sie verdankt ihn dem kleinen Weiler Lueg – eine Handvoll Häuser und eine kleine Kapelle unterhalb der Brücke. Vor Ort sieht man, dass etwas nicht stimmt: Riesige Stahlkonstruktionen sind an den Nahtstellen unterhalb der Brücke installiert. Der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag gab bekannt, dass die Brücke ab 1.Jänner 2025 in beiden Richtungen nur noch einspurig befahrbar sein wird, da die Tonnage-Belastung zu hoch ist.
Auch der bayerische Wirtschaftsverband, der Unternehmerverband Südtirol und die Industriellenvereinigung Tirol warnen vor den Folgen des Brennertransits. Am Montag werden sie eine „Gemeinsame Erklärung zum Brennertransit“ unterzeichnen. Autofahrer müssen sich ebenfalls auf langanhaltenden Stau einstellen. Tirol plant, an Reisetagen zwei Spuren freizugeben, allerdings ist noch unklar, ob dies nur für Autos oder auch für Lastwagen gilt. Es wird auch ein ungewöhnlicher Test durchgeführt, bei dem Lastwagen auf der linken Spur und Autos auf der rechten Spur der Luegbrücke fahren sollen, um das Gewicht besser zu verteilen. Ein detailliertes Verkehrskonzept wird im Herbst erwartet.
Die Gemeinde Gries klagt gegen die Asfinag, da sie mehr Verkehr befürchtet und einen Tunnel anstelle eines Brücken-Neubaus fordert. Bürgermeister Karl Mühlsteiger berichtet, dass mehrere Gerichtsverfahren gegen Baubescheide anhängig sind. Zudem überlegt die Gemeinde eine weitere Klage, da Flächen unterhalb der Brücke auf Betreiben der Asfinag enteignet wurden. Diese werden von den Autobahnbauern zur Lagerung von Baumaterial benötigt, obwohl die Gemeinde sie für den Winterdienst benötigt und keine Reserve-Liegenschaften besitzt.
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