Südtirol: Ein pulsierendes Herz der Aktivität24 / 08 / 2024
Biodiversitätsmonitoring in Südtirol: Zwischenbilanz der umfassenden Lebenszählung vor Abschluss der Untersuchungen
Biodiversitätsmonitoring: Ein umfassender Blick auf Südtirols Artenvielfalt
Das „Biodiversitätsmonitoring Südtirol“ verfolgt einen klaren Zweck: Die Natur in Südtirol soll wieder lebendig werden. Nach fünf Jahren intensiver Untersuchung steht das Projekt kurz vor seinem Abschluss, und der Bericht wird in etwa drei Monaten veröffentlicht.
Artenvielfalt im Detail
Das Monitoring hat sich der Erfassung aller Lebensformen in Südtirol gewidmet, von Pflanzen und Tieren zu Wasser und in der Luft. Über fünf Jahre hinweg haben täglich 5 bis 20 Wissenschaftler in verschiedenen Lebensräumen – von Obstplantagen und Bauerngärten bis hin zu Wäldern, Wiesen und Gewässern – Daten gesammelt. Ihre Arbeit umfasst das Zählen, Vergleichen und Auswerten der Artenvielfalt.
Auslöser und Hintergrund
Die Initiative wurde durch die „Krefeldstudie“ angestoßen, die einen dramatischen Rückgang der Insektenbiomasse um bis zu 81% aufzeigte. Richard Theiner, damaliger Landesrat für Energie und Umwelt, initiierte daraufhin das Projekt, um dem Verlust an Biodiversität entgegenzuwirken.
Erfasste Lebensräume
Insgesamt wurden 320 terrestrische und 120 aquatische Standorte untersucht, die so ausgewählt wurden, dass sie die Vielfalt der Südtiroler Landschaft widerspiegeln – von städtischen Gebieten bis zu naturnahen Landschaften wie Wäldern und Feuchtgebieten. Das Projekt wird vom Institut für Alpine Umwelt der Eurac Research in Zusammenarbeit mit dem Naturmuseum Südtirol und weiteren Institutionen durchgeführt und vom Land finanziert.
Zwischenbilanz und Ausblick
In der Sendung „Wissen am Samstag“ diskutieren Andreas Hilpold und Ulrike Tappeiner die bisherigen Ergebnisse des Projekts. Experten stellen fest, dass neben Herbiziden und Pestiziden vor allem die Vereinheitlichung der Landschaft für das Artensterben verantwortlich ist.
Vorschläge zur Verbesserung
Das „Renaturierungsgesetz“ der EU bietet einen Lösungsansatz, indem es vorsieht, 20 bis 30 Prozent der Flächen der Natur zurückzugeben. Dies umfasst die Schaffung von Büschen, Hügeln und Feuchtgebieten sowie die Rückführung stark veränderter Landschaften zu naturnahen Zuständen.
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