Blauzungenkrankheit: Weidetiere in Österreich dringend abtreiben

Fälle von Blauzungenkrankheit in Vorarlberg und in der Steiermark – Aufruf des Landestierärztlichen Dienstes: Weidetiere in Österreich dringend abtreiben

Die Blauzungenkrankheit, eine Viruserkrankung bei Wiederkäuern, breitet sich derzeit rasant aus und hat nun auch Österreich erreicht. In den Bundesländern Steiermark und Vorarlberg wurden erste Fälle gemeldet, wobei zwei verschiedene Virus-Serotypen (drei und acht) identifiziert wurden.

Da jährlich über 5.000 Tiere von Südtiroler Landwirten auf österreichische Weiden getrieben werden, empfiehlt der Landestierärztliche Dienst dringend, alle Tiere wie Rinder, Schafe und Ziegen, die noch in Österreich weiden, sofort zurückzutreiben. Im heimischen Stall oder auf der Heimweide sollten die Tiere mindestens sieben Tage von anderen Tieren isoliert und mit Insektenschutz behandelt werden. Landwirte sollen ihre Tiere in dieser Zeit besonders aufmerksam beobachten und bei Verdachtsfällen sofort den zuständigen Tierarzt kontaktieren.

Die Blauzungenkrankheit zeigt sich nach einer Inkubationszeit von mindestens einer Woche durch hohes Fieber. Weitere Symptome variieren je nach Virus-Typ, umfassen aber oft Schwellungen im Kopf- und Extremitätenbereich, schaumigen Speichelfluss, Atembeschwerden und eine mögliche bläuliche Verfärbung im Maulbereich. Während die Krankheit bei Schafen oft tödlich verläuft, zeigen Rinder und Ziegen meist mildere Symptome.

Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher betont, dass die Krankheit keine Gefahr für den Menschen darstellt, fordert aber zur Vorsicht im Sinne der Tiergesundheit auf. Für Südtirol gelten weiterhin die Maßnahmen, Tiere aus infizierten Gebieten fernzuhalten und Tieransammlungen in solchen Regionen zu vermeiden.