Lodernder Protest gegen den Wolf: Mahnfeuer in ganz Südtirol28 / 09 / 2024
In einer eindringlichen Demonstration ihrer Besorgnis haben 60 Ortsgruppen des Südtiroler Bauernbundes (SBB) und der Bauernjugend am Freitagabend landesweit Mahnfeuer entzündet. Mit dieser Aktion senden sie eine klare Botschaft: Die Ausbreitung der Wölfe muss gestoppt werden, um die Alm- und Berglandwirtschaft zu schützen.

Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser betonte die Bedeutung dieser Aktion: „Wir fordern ein Umdenken der Politik, aber auch der Gerichte im Umgang mit Wolf und Bär.“ Die unkontrollierte Zunahme von Wölfen stellt für die Landwirtschaft und Tierhaltung in der Region ein ernstes Problem dar. Aktuell streifen rund 100 Wölfe durch Südtirol, was jährlich zu mehreren Hundert gerissenen Weidetiere, insbesondere Schafen, führt. Zudem rücken die Wölfe immer näher an besiedelte Gebiete heran.
Gasser äußerte die klare Forderung des Bauernbundes: „Entweder reagiert die Politik in Rom und Brüssel auf die Bedrohung durch Wolf und Bär, oder sie muss zusehen, wie immer mehr Tierhalter ihre Tätigkeiten aufgeben und Almen nicht mehr bewirtschaftet werden. Die negativen Konsequenzen für das Landschaftsbild, den Tourismus und die Artenvielfalt wären verheerend.“
Ein Hoffnungsschimmer für die Bauern ist die kürzliche Entscheidung des EU-Rats, den Schutzstatus des Wolfs auf europäischer Ebene senken zu wollen. Gasser betonte: „Wir setzen sehr auf die Herabsenkung des Wolfschutzes, weil damit ein Wolfsmanagement mit Bestandsregulierungen möglich werden kann.“
In Italien, einem EU-Land mit einer der größten Wolfspopulationen, fehlt bislang ein effektiver Managementplan. „Bereits Abschüsse von Problemwölfen würden helfen, die Wölfe wieder scheuer zu machen und sie davon abzuhalten, uns immer näher zu kommen“, erklärte Alberich Hofer, Vertreter der Bergbauern im Landesbauernrat.
Die Mahnfeuer in Südtirol waren Teil einer europaweiten Aktion, die auch in Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Polen stattfand. Gasser hebt hervor: „Es wird überall deutlich, dass Weidewirtschaft und strenger Wolfschutz nicht vereinbar sind.“ Dies sei besonders für den dicht besiedelten Alpenraum von Bedeutung, in dem kleine Herden und Almen auch beliebte Ziele für Freizeitsportler und Feriengäste sind.
Mit diesen Mahnfeuern drückt die bäuerliche Bevölkerung nicht nur ihre Besorgnis aus, sondern auch ihr Unverständnis gegenüber den negativen Gerichtsentscheiden zu Wolfsentnahmen.
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