„Wir wollen Vorreiter sein“: Euregio setzt auf grenzübergreifende Innovation und Zusammenarbeit28 / 09 / 2024

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„Wir wollen Vorreiter sein“: Euregio setzt auf grenzübergreifende Innovation und Zusammenarbeit28 / 09 / 2024

Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino befindet sich im zweiten Jahr der Südtiroler Präsidentschaft und hat große Pläne für die Zukunft. Mindestens 61 grenzüberwindende Projekte und Initiativen stehen auf dem Arbeitsprogramm, das bis zur Übergabe des Vorsitzes an Tirol im Oktober 2025 umgesetzt werden soll. Die strategischen Schwerpunkte wurden am Donnerstag in der Stadtbibliothek Brixen von den höchsten Gremien der Euregio, dem Vorstand und der Versammlung, einstimmig genehmigt.

Foto: lpa/Brucculeri

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten Euregio-Präsident und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle und Trentinos Landeshauptmann Maurizio Fugatti die Pläne der Öffentlichkeit vor. Neben bestehenden mehrjährigen Projekten sollen auch neue Angebote entwickelt werden, die die Lebensqualität in der Europaregion verbessern. „Die Euregio will in allen Lebensbereichen einen Mehrwert für die Bevölkerung schaffen“, betonte Kompatscher.

Ein zentrales Vorhaben ist die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs. Hier plant die Euregio die Einführung eines grenzübergreifenden Tickets, das den gesamten Raum Tirol-Südtirol-Trentino zu einem erschwinglichen Preis erfahrbar machen soll. „Mit dem Euregio-Ticket wollen wir einen Anreiz schaffen, öffentliche Verkehrsmittel intensiver zu nutzen und damit zur Nachhaltigkeit beitragen“, so Kompatscher.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung neuer Technologien. Im August beschäftigte sich das EuregioLab intensiv mit den Potenzialen Künstlicher Intelligenz (KI) in der öffentlichen Verwaltung. Tirols Landeshauptmann Anton Mattle unterstrich: „Die Euregio will Vorreiter sein, wenn es darum geht, die Chancen neuer Technologien im Dienst der Bevölkerung zu nutzen, dabei jedoch auch ethische und rechtliche Aspekte zu beachten.“ Besonders interessant sei der Einsatz von KI beim EuregioFamilyPass, der in Zukunft durch intelligente Technologien optimiert werden könnte. Die entsprechenden Vorschläge wurden bereits den zuständigen Landesrätinnen und -räten übermittelt.

Auch das kulturelle Erbe der Euregio spielt eine wichtige Rolle im Programm. Landeshauptmann Maurizio Fugatti aus dem Trentino stellte das Projekt des „Digitalen Historischen Atlas“ vor, das die gemeinsame Geschichte der drei Landesteile auf einer Online-Plattform für ein breites Publikum zugänglich machen soll. Diese Plattform wird historische Ereignisse und Entwicklungen in verständlicher Form aufbereiten und bestehende Projekte der Geschichtsvermittlung bündeln. „Die Euregio will ihre historische Verbundenheit nicht nur bewahren, sondern auch zeitgemäß vermitteln“, so Fugatti.

Ein kultureller Höhepunkt wird das Museumsjahr 2025 sein, in dem sich rund 35 Museen der Europaregion mit Krisenzeiten und Umbrüchen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzen. Anlass ist das 500-jährige Jubiläum der Bauernkriege, die damals weite Teile der Region geprägt haben.

Auch der Sport kommt in der Euregio nicht zu kurz: Am 5. Oktober findet in Bozen der EuregioSprintChampion statt, bei dem die talentiertesten Nachwuchssprinterinnen und -sprinter aus Tirol, Südtirol und dem Trentino gegeneinander antreten werden.

Mit diesen vielfältigen Projekten und Initiativen setzt die Euregio ein klares Zeichen für die grenzübergreifende Zusammenarbeit und innovative Lösungen für die Bevölkerung. „Wir wollen Vorreiter sein und die Chancen der Euregio optimal nutzen“, resümierte Kompatscher abschließend.

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