Sanierung der historischen Talsperre im Martelltal abgeschlossen16 / 10 / 2024
Die historische Talsperre im Martelltal, die in den Jahren 1892 und 1893 errichtet wurde, erstrahlt nach umfangreichen Sanierungsarbeiten in neuem Glanz. Bei einem Lokalaugenschein begutachteten der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, Klaus Unterweger, der Bürgermeister der Gemeinde Martell, Georg Altstätter, und der Direktor des Nationalparks Stilfserjoch, Hanspeter Gunsch, das abgeschlossene Bauprojekt.

Notwendige Sanierungsarbeiten nach 130 Jahren
Die Talsperre, die auf 2300 Metern oberhalb der Zufallhütte liegt und nur zu Fuß oder mit dem Hubschrauber erreichbar ist, wurde über die Jahrzehnte durch Schmelzwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Grundwasserströmungen hatten das Feinmaterial im Dammkern langsam ausgespült, was zu einer gefährlichen Absenkung und Instabilität des Bauwerks führte. In den letzten Jahren hatte sich dieser Prozess beschleunigt, was die dringende Notwendigkeit einer Sanierung verdeutlichte. Die wichtigsten Maßnahmen umfassten die Abdichtung des Dammkörpers sowie die Ableitung von Oberflächenwasser, bevor es die Staumauer erreicht.
Kooperation und nachhaltige Bauweise
Die Sanierungsarbeiten wurden im Juli des Vorjahres begonnen und nun erfolgreich abgeschlossen. Verantwortlich für das Projekt war das Landesamt für Hydrologie und Stauanlagen in enger Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung West, der Forststation Latsch und der Gemeinde Martell. Vorarbeiter Hansjörg Stricker und sein Bautrupp nutzten für die Arbeiten lokal verfügbares Material, was die Nachhaltigkeit des Projekts unterstreicht.
Historisches Bauwerk als Attraktion
Obwohl die ursprüngliche Funktion der Talsperre, Überschwemmungen durch den Bruch von Gletscherseen zu verhindern, heute aufgrund des Rückzugs des Zufallferner-Gletschers nur noch eingeschränkt notwendig ist, bleibt das Bauwerk ein bedeutendes Hochwasserschutzbauwerk. Zudem hat die Talsperre durch die Sanierung auch an touristischer Attraktivität gewonnen, da sie Teil des beliebten Schluchtenweges ist und von Wanderern auf der Dammkrone genutzt werden kann.
Ein Erfolg für den Hochwasserschutz
Der Bürgermeister von Martell, Georg Altstätter, lobte die Sanierung als „äußerst sinnvolle Maßnahme“, die nicht nur den Hochwasserschutz in der Region sicherstellt, sondern auch das historische Erbe bewahrt. Die Arbeiten, die insgesamt 700.000 Euro kosteten, stellen sicher, dass dieses Bauwerk weiterhin seine wichtige Schutzfunktion erfüllt und zugleich zur touristischen Attraktion wird.
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