Südtiroler Wissenschaftspreise 2024: Auszeichnungen für Irene Pichler und Hermann Brugger05 / 12 / 2024
Mit den Südtiroler Wissenschaftspreisen wurden am 4. Dezember zwei herausragende Persönlichkeiten geehrt: Neurogenetikerin Irene Pichler erhielt den Women in Science Award, während der Notfallmediziner Hermann Brugger mit dem Research Award ausgezeichnet wurde. Die feierliche Verleihung fand unter der Leitung von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Wissenschaftslandesrat Philipp Achammer statt.
„Wissenschaft ist fundamental wichtig, besonders in Zeiten, in denen das Vertrauen in Institutionen und Fakten sinkt. Mit diesen Preisen würdigen wir herausragende Forschung und stärken das Vertrauen in die Wissenschaft,“ betonte Achammer bei der Verleihung.
Irene Pichler: Wegweisende Forschung in der Neurogenetik
Der Women in Science Award wurde an Irene Pichler verliehen, die sich am Institut für Biomedizin von Eurac Research in Bozen unter anderem mit der Parkinson-Krankheit und dem Restless Legs Syndrom beschäftigt. Ihre Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, die Ursachen dieser Erkrankungen zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.
„Die Jury hat mit voller Überzeugung Pichler ausgewählt. Ihre Forschung verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit praktischem Nutzen,“ lobte Laudatorin Claudia Notarnicola. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre an herausragende Forscherinnen verliehen.
Hermann Brugger: Pionier der alpinen Notfallmedizin
Der Research Award ging an Hermann Brugger, den Gründer des Instituts für alpine Notfallmedizin bei Eurac Research. Brugger widmet sich der Frage, wie Menschen unter extremen alpinen Bedingungen überleben können. Mit dem 2018 eröffneten terraXcube, einer hochmodernen Simulationsanlage für Extremsituationen, schuf er eine Plattform für Forschung, die weltweit Anerkennung findet.
„Brugger verbindet Grundlagenforschung mit konkreten, sichtbaren Ergebnissen, die Leben retten können. Wissenschaft wird bei ihm zu Fortschritt,“ sagte Laudatorin Sonia Prader. Auch dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Förderung der Wissenschaft als Standortvorteil
Landeshauptmann Kompatscher hob in seiner Rede die Bedeutung der Wissenschaft für Südtirol hervor: „Wissenschaft braucht engagierte Menschen, aber auch die richtigen Rahmenbedingungen.“ Einrichtungen wie der NOI-Techpark, wo beide Preisträger tätig sind, seien essenziell für die Förderung von Innovation und Forschung.
Ein besonderes Anliegen sei auch die Förderung von Frauen in der Wissenschaft, fügte Kompatscher hinzu. Mit dem „Women in Science Award“ wolle das Land Frauen in der Forschung sichtbarer machen und ihre Leistungen hervorheben.
Wissenschaftspreise als Anerkennung und Motivation
Die Preisträger wurden von einer hochkarätigen Jury ausgewählt, der unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Südtirol, Italien und Österreich angehörten. Die Preisverleihung wurde von einem Gitarrenduo des Konservatoriums „Claudio Monteverdi“ musikalisch umrahmt.
Die Südtiroler Wissenschaftspreise stehen nicht nur für die Würdigung herausragender Leistungen, sondern auch für das Bekenntnis des Landes, Wissenschaft und Forschung als tragende Säulen seiner Entwicklung zu fördern.
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