Ausbau der Seniorenbetreuung: Südtirol erhöht Bettenkontingente und Finanzierung06 / 12 / 2024
Bozen – Südtirols Seniorenwohnheime stellen sich auf veränderte Bedürfnisse der Bewohner ein. Mit fast 300 zusätzlichen Betten für besondere Betreuungsformen reagiert das Land auf den steigenden Bedarf an spezialisierter Pflege. Diese Maßnahmen wurden am Donnerstag (5. Dezember) von Soziallandesrätin Rosmarie Pamer vorgestellt.

Neue Betten für spezifische Pflegebedürfnisse
Der Ausbau betrifft insbesondere Betreuungsformen wie die Pflege von Menschen mit Demenz, Kurzzeitpflege sowie intensive und extensive Pflegeformen. Mit der Erhöhung der Bettenzahl von 957 auf insgesamt 1221 soll die Versorgung flexibler und bedarfsgerechter gestaltet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf hochintensiven Betreuungsplätzen für neurologische Erkrankungen, wie dem vegetativen Zustand oder dem Locked-In-Syndrom. 120 dieser Plätze werden neu geschaffen, darunter zusätzliche Betten in Meran ab 2025. Ziel ist es, diese Kapazitäten künftig verstärkt in der östlichen Landeshälfte auszubauen.
Verbesserte Finanzierung für Personal und Bewohner
Die Landesregierung hat zudem die Finanzierung der Seniorenwohnheime angehoben:
- Erhöhung des Maximalbetrags für Grundtarife: Ab 2025 beträgt der Höchstsatz für den sogenannten Tagessatz 77 Euro.
- Mehr Mittel für die Heime: Der Einheitsbetrag pro Bett, der aus dem Landeshaushalt stammt, wurde ebenfalls erhöht.
- Aufstockung der Personalmittel: Für 2024 sind zusätzliche 17 Millionen Euro vorgesehen, 2025 sollen es 50 Millionen Euro sein. Die Heime selbst beteiligen sich zu 10 Prozent an diesen zusätzlichen Kosten.
Die verbesserten Finanzierungsbedingungen sollen einerseits die Gehälter der Mitarbeitenden in den Heimen erhöhen und andererseits die Kosten für Bewohner stabil halten.
Ein Schritt zu besserer Pflegequalität
„Mit diesen Maßnahmen stärken wir die Seniorenwohnheime und ermöglichen es ihnen, den vielfältigen Bedürfnissen ihrer Bewohner gerecht zu werden“, erklärte Landesrätin Pamer. Das Land übernehme dabei den Großteil der Kosten, um sowohl für Heimbewohner als auch für Mitarbeitende bessere Bedingungen zu schaffen.
Mit dem Ausbau der besonderen Betreuungsformen unterstreicht Südtirol seinen Anspruch, eine umfassende und qualitativ hochwertige Pflege für ältere Menschen sicherzustellen.
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