Nachhaltigkeit im Straßenbau: Tagung in Bozen beleuchtet neue Vorgaben zu Recyclingmaterialien06 / 12 / 2024

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Nachhaltigkeit im Straßenbau: Tagung in Bozen beleuchtet neue Vorgaben zu Recyclingmaterialien06 / 12 / 2024

Bozen – Der Straßenbau wird grüner: Mit dem Ministerialdekret vom 5. August 2024 treten am 21. Dezember 2024 neue Mindestumweltkriterien (MUK) in Kraft, die den Einsatz von Recyclingmaterialien und Nebenprodukten im Straßenbau verpflichtend machen. Die Tagung „Asphalt MUK-Straßen“, die heute (5. Dezember) in Bozen stattfand, brachte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Bauwirtschaft zusammen, um die ökologischen und technischen Herausforderungen zu diskutieren.

Foto: LPA/Gianluca Crocco

Schritt in Richtung nachhaltiger Straßenbau

Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi betonte die Bedeutung des Dekrets für Südtirol. „Durch die Verwendung von Recyclingmaterialien können wir die Umweltauswirkungen von Infrastrukturen erheblich reduzieren“, erklärte Bianchi. Südtirol wolle als Vorreiter in Sachen Straßenqualität und Nachhaltigkeit innovative Lösungen entwickeln.

Die Tagung, organisiert vom Landesamt für Geologie und Baustoffprüfung und der Ingenieurskammer Südtirol, widmete sich verschiedenen Aspekten des nachhaltigen Straßenbaus:

  • Technologien für nachhaltigen Asphalt: Professorin Gilda Ferrotti von der Polytechnischen Universität Marken erläuterte Methoden zur Herstellung von halbwarmen Asphaltmischungen, die weniger Energie benötigen.
  • Helle Beläge für urbane Räume: Professor Emiliano Pasquini von der Universität Padua stellte Beläge vor, die Wärmeinseln in Städten reduzieren können.
  • Lärmarme Straßenbeläge: Professor Maurizio Bocci präsentierte Asphaltmischungen, die Verkehrslärm verringern.

Der technische Direktor von SITEB (Strade Italiane e Bitume), Marco Capsoni, gab praktische Einblicke für Planende und Unternehmen zur Anwendung der neuen Kriterien.

Konkretisierung und Herausforderungen

Das Dekret sieht strenge Umwelt- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen vor, die durch Zertifizierungen abgesichert werden müssen. Es verpflichtet öffentliche Verwaltungen und Baufirmen, bei Projekten Materialien einzusetzen, die den neuen Standards entsprechen. Volkmar Mair, Direktor des Amtes für Geologie und Baustoffprüfung, der die Veranstaltung moderierte, wies auf die technischen und rechtlichen Herausforderungen hin, die die Umsetzung mit sich bringt.

Nachhaltigkeit und Innovation als Ziel

Mit dem neuen Dekret wird Recycling im Straßenbau nicht nur zur Pflicht, sondern auch zur Chance, innovative Technologien zu fördern. Die Tagung in Bozen unterstrich die Bedeutung von Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung, um diese Ziele zu erreichen und Südtirols Vorreiterrolle im nachhaltigen Straßenbau weiter auszubauen.

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