Lese- und Schreibschwierigkeiten erhalten Unterstützung05 / 09 / 2025

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Lese- und Schreibschwierigkeiten erhalten Unterstützung05 / 09 / 2025

Lese- und Schreibschwierigkeiten erhalten Unterstützung<span class="hitradio-master-datum">05 / 09 / 2025</span>

Initiative „Besser Lesen und Schreiben“ wird ausgeweitet – Unterstützung gibt es nun neben Bozen, Schlanders und Bruneck auch in Brixen und Meran. In Südtirol können viele Menschen schlecht oder gar nicht lesen und schreiben. Die KVW Bildung arbeitet mit dem Landesamt für Weiterbildung und Sprachen zusammen, um betroffenen Personen in mehreren Gemeinden zu helfen. Ab Oktober wird das Angebot auf Brixen und Meran ausgeweitet. „Jede/jeder zehnte Deutschsprachige in Südtirol hat Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Das hängt oft nicht nur mit fehlender Schulbildung zusammen, sondern auch mit Diskriminierung, Gewalterfahrungen oder sozialen Ungleichheiten. Es ist unsere Aufgabe, diese Stigmata zu brechen und Menschen zu helfen“, sagte Landesrat Philipp Achammer bei der Vorstellung der Initiative am 4. September. Um bessere Unterstützung im Alltag bieten zu können, werden weitere Standorte der Initiative hinzugefügt.

Beratungsangebot anonym, kostenlos und freiwillig
Die Gründe dafür, dass Menschen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, sind vielfältig: gesellschaftliche Belastungen, negative Schulerfahrungen ohne individuelle Förderung sowie persönliche Faktoren wie gesundheitliche Probleme oder geringes Selbstvertrauen können eine Rolle spielen. Kognitive Einschränkungen hingegen sind nur selten die Ursache für geringe Literalität. Viele Personen mit geringer Literalität stehen mitten im Berufsleben: häufig im Handwerk, Baugewerbe, in der Landwirtschaft, Gastronomie oder im Dienstleistungsbereich. Oft arbeiten sie im Niedriglohnsektor und als Hilfskräfte. „Diese ‚Schwäche‘ führt oft zu einem Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben. Darum wollen wir mit dem Ausbau der Basisbildung, die für alle anonymisiert zugänglich ist, auch die Teilhabe der Menschen Schritt für Schritt steigern“, hob die Direktorin des Amtes für Weiterbildung und Sprachen, Anika Michelon, hervor.

Die individuelle Unterstützung ist vertraulich und kostenlos. Sie orientiert sich an den Alltagssituationen der Teilnehmenden. „Die bisherigen Erfahrungen in Bozen, Bruneck und Schlanders zeigen, dass der Bedarf, auch durch die voranschreitende Digitalisierung, vorhanden ist. Die Hemmschwelle, Hilfe zu suchen, bleibt aber weiterhin hoch“, sagte die Leiterin der KVW Bildung, Brigitte Abram. „Lesen und Schreiben öffnet Türen, stärkt die Teilhabe, ist für Alltag und Beruf wichtig und hat auch eine wirtschaftliche Komponente“, fasste Abram zusammen. Eine breite Sensibilisierung der Öffentlichkeit, auch der Unternehmen und der Arbeitgeber, für dieses Thema sei darum von großer Bedeutung.

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