Stahlwerke sieben Milliarden Schadenersatz18 / 01 / 2026
Italien fordern laut einem Gerichtsdokument sieben Milliarden Euro Schadenersatz von ArcelorMittal, dem früheren Besitzer eines Stahlwerks im Süden des Landes.
Die Kommissare der Acciaierie d’Italia (ADI) werfen dem Stahlkonzern ein „räuberisches“ Verhalten und eine schlechte Betriebsführung vor, wie aus einer Klage der Nachrichtenagentur AFP hervorgeht. Das Werk hat finanzielle Schwierigkeiten und steht wegen Umweltproblemen in der Kritik. Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni stellte das insolvente Stahlwerk im Februar 2024 unter staatliche Aufsicht, um die Beschäftigten zu schützen. Die Regierung hielt damals 38 Prozent des Werks, während ArcelorMittal 62 Prozent hielt. Rom beschuldigte das luxemburgische Unternehmen, sich zu weigern, das Werk mit frischem Geld zu unterstützen.
Die Insolvenz von Acciaierie d’Italia scheint nicht nur auf Managementfehler oder eine plötzliche Verschlechterung der Industrie zurückzuführen zu sein, sagt die Klage. Komplexe Prüfungen deckten eine langefristige Strategie von ArcelorMittal auf, die darauf abzielte, Ressourcen systematisch auf das Unternehmen zu übertragen. Die Kommissare sehen dies als einen Plan, der von 2018 bis 2024 umgesetzt wurde. Das Stahlwerk, früher Ilva genannt, stammt aus den 1960er Jahren und ist seit Jahren in der Krise. ArcelorMittal übernahm 2017 das Werk für 1,8 Milliarden Euro und versprach, 2,4 Milliarden Euro zu investieren und die Arbeitsplätze zu sichern. Als die italienische Regierung eingriff, hatte das Werk jedoch über drei Milliarden Euro Schulden und konnte seine Zulieferer sowie Energiekosten nicht bezahlen.
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