Notaufnahme in Bozen starker Anstieg13 / 02 / 2026

Die Zugänge in der Notaufnahme Bozen sind in fünf Jahren um 65 Prozent gestiegen. Neue Gemeinschaftshäuser und zusätzliches Personal sollen helfen. Die Notaufnahmen in den Krankenhäusern im ganzen Land haben seit Jahren viel Zulauf. Besonders stark ist der Anstieg in Bozen, wo sich die jährlichen Zugänge von rund 64.700 im Jahr 2020 auf fast 106.800 im Jahr 2025 erhöht haben. Das sind rund 65 Prozent mehr. 2025 kamen täglich 293 Personen in die Notaufnahme, 2020 waren es noch 177. „Wir beobachten eine klare Zunahme der Notfallzugänge, vor allem in Bozen“, sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Diese Entwicklung führt Messner auf die älter werdende und fragilere Bevölkerung zurück. Viele suchen die Notaufnahme auch bei leichteren Beschwerden auf, die besser beim Hausarzt behandelt werden könnten. Zudem nutzen einige Personen die Notaufnahme, um schneller zu Facharztterminen oder Diagnosen zu kommen und Wartezeiten zu umgehen. „Diese Situation erschwert die Behandlung echter Notfälle in angemessener Zeit. Wir arbeiten daran, die Wartezeiten zu verringern, doch die stark gestiegenen Zugänge stellen das System vor große Herausforderungen“, erklärt Messner.
75 Prozent der Fälle betreffen Beschwerden ohne Lebensgefahr. Im Jahr 2025 wurden in der Notaufnahme Bozen 75 Prozent der behandelten Fälle durch blaue oder grüne Kodizes gekennzeichnet, was bedeutet, dass es sich um nicht dringliche Beschwerden handelte. Um die Notaufnahme zu entlasten, gibt es in Bozen seit längerem eine Ambulanz, in der Allgemeinmediziner diese Beschwerden übernehmen. „In Bozen zeigt sich, dass eine dauerhafte, rund um die Uhr verfügbare Basisversorgung die Notaufnahme entlasten kann. Dieses Konzept wollen wir mit Ambulatorien in den neuen Gemeinschaftshäusern umsetzen, um eine schnelle Anlaufstelle für dringliche, aber nicht lebensbedrohliche Gesundheitsfragen zu schaffen“, sagt Landesrat Messner. Die ersten Gemeinschaftshäuser sollen laut Landesrat im ersten Halbjahr 2026 eröffnet werden.
Personalverstärkung im Visier
Derzeit wird das Personal in der Notaufnahme Bozen verstärkt. Es gibt 18,25 Stellen für Ärztinnen und Ärzte, 44,8 Stellen für Pflegekräfte und fünf Stellen für Pflegehelfer. In den kommenden Monaten werden weitere vier Ärztinnen und Ärzte, zusätzliche Krankenpfleger und Pflegehelfer beginnen, um die Versorgung zu verbessern.
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