Tragödie um Spenderherz: Messner fordert Stopp von Spekulationen

Nach der missglückten Herztransplantation bei dem zweijährigen Domenico in Neapel schaltet sich Südtirols Gesundheitslandesrat Hubert Messner ein. Sein Appell ist eindringlich: Schluss mit voreiligen Schlüssen. Im Zentrum müssen jetzt der Schutz der trauernden Familien und der Respekt vor dem medizinischen Personal stehen.

A man in a dark suit and white shirt speaks at a podium, holding a microphone, with a dark background.
(Foto: LPA/Greta Stuefer)

Es ist ein Fall, der fassungslos macht und weit über die Landesgrenzen hinaus für Bestürzung sorgt. Ein Akt der höchsten Solidarität – eine Organspende – endete für einen zweijährigen Buben in Neapel tödlich. Inmitten der emotional geführten Debatte tritt Gesundheitslandesrat Hubert Messner nun auf die Bremse und fordert eine Rückkehr zur absoluten Sachlichkeit.

Ein Albtraum für die Familien

Als langjähriger Neonatologe weiß Messner um die unvorstellbare Dimension dieses Verlusts. „Das Schmerzlichste, was Eltern widerfahren kann“, nennt er den Tod eines Kindes und drückt den Angehörigen beider betroffener Buben sein tiefstes Mitgefühl aus. Dass diese Tragödie ausgerechnet mit einer Organspende – dem eigentlichen Sinnbild für Hoffnung und neues Leben – verknüpft ist, mache die Situation umso bitterer.

Schutzschild für das Bozner Ärzteteam

Messner stellt sich in dieser extrem angespannten Lage schützend vor das Gesundheitspersonal am Landeskrankenhaus Bozen und den Südtiroler Sanitätsbetrieb. Die Fakten sprechen laut dem Landesrat eine deutliche Sprache für die professionelle Arbeit in Südtirol:

  • Erfolgreiche Teil-Entnahme: Zwei weitere lebenswichtige Organe desselben Spenders wurden erfolgreich an andere Patienten transplantiert. Dies unterstreiche die strikte Einhaltung aller nationalen und internationalen Protokolle in Bozen.
  • Klare Zuständigkeiten: Die Gesamtverantwortung für den sensiblen Transplantationsprozess – von der Entnahme über den Transport bis hin zur Implantation – liegt laut Regelwerk allein beim Transplantationsteam der Empfängereinrichtung (hier: Neapel).

Appell: Ermittlungen abwarten, Anonymität wahren

Die genauen Ursachen für das tödliche Drama müssen nun die zuständigen Ermittlungsbehörden klären. Bis handfeste Ergebnisse vorliegen, bittet Messner die Öffentlichkeit und vor allem die Medien eindringlich darum, Spekulationen zu unterlassen. Vorverurteilungen würden den Familien und den involvierten Fachkräften nur weiteres, unnötiges Leid zufügen.

Gleichzeitig übt der Landesrat deutliche Kritik am Umgang mit sensiblen Daten: Die Identität und Herkunft von Spendern oder Empfängern öffentlich zu machen, verstoße gegen die ehernen Grundprinzipien des Schutzes im Organspendesystem.

Messners abschließende Warnung ist ein Plädoyer für das Leben: Die Organspende bleibe eine der größten Errungenschaften der modernen Medizin. Wer dieses System aufgrund dieses Vorfalls nun pauschal infrage stelle, gefährde das Leben all jener Patienten, die gerade jetzt verzweifelt auf ein rettendes Organ warten.