Wenn Gebäude digital zum Leben erwachen: Südtirol macht das Bauen der Zukunft zum Standard14 / 04 / 2026

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Wenn Gebäude digital zum Leben erwachen: Südtirol macht das Bauen der Zukunft zum Standard14 / 04 / 2026

Wenn Gebäude digital zum Leben erwachen: Südtirol macht das Bauen der Zukunft zum Standard<span class="aero-title-date">14 / 04 / 2026</span>

Die Landesverwaltung führt verbindliche Richtlinien für die digitale Bauplanung ein. Das bringt nicht nur Kostenersparnisse, sondern schont langfristig auch Ressourcen und Nerven.

A presenter standing in front of a screen, giving a talk on architectural software at a conference. The screen displays a 3D model of a building along with software interface elements.
Foto: LPA/Ursula Pirchstaller

Wer schon einmal ein Haus gebaut oder renoviert hat, weiß aus eigener Erfahrung: Es braucht unzählige Pläne, Absprachen und nicht selten starke Nerven, bis aus einer Idee ein echtes Gebäude wird. Bei großen öffentlichen Projekten – ob es sich um eine neue Schule, ein Krankenhaus oder eine Brücke handelt – ist diese Herausforderung noch ungleich größer. Um genau hier künftig reibungsloser, kostengünstiger und umweltfreundlicher agieren zu können, hat das Land Südtirol nun feste Standards für die sogenannte Gebäudedatenmodellierung (BIM) beschlossen. Damit läutet die Verwaltung eine neue, digitale Ära auf unseren Baustellen ein.

Hinter dem doch recht sperrigen englischen Fachbegriff „Building Information Modeling“ (BIM) verbirgt sich eigentlich ein faszinierender, fast schon greifbarer Ansatz: Bevor überhaupt der erste Bagger anrollt, wird das komplette Bauwerk als „digitaler Zwilling“ am Computer erschaffen. Von den tragenden Wänden über die Stromleitungen bis hin zur Art der verwendeten Dämmung wird der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes erfasst. Wenn in zwanzig Jahren eine Reparatur ansteht, reicht ein Blick in diese digitale Bauakte, um exakt zu wissen, was wo verbaut wurde.

Weniger Chaos, mehr Planungssicherheit

Für die Bürgerinnen und Bürger mag das im ersten Moment nach reiner Verwaltungstechnik klingen, doch die Auswirkungen auf unseren Alltag sind enorm. Öffentliche Projekte, die mehr als zwei Millionen Euro kosten, müssen künftig verpflichtend mit dieser Methode geplant werden. Das bedeutet im Klartext: weniger böse Überraschungen, weniger Bauverzögerungen und deutlich mehr Effizienz. Wie Josef T. Hofer, der Direktor der Abteilung Informatik, treffend betont, bietet diese Methode ein „enormes Einsparungspotential bei Planung, Bau und Instandhaltung“.

Steuergelder, die durch eine clevere und vorausschauende Planung nicht auf der Baustelle verschwendet werden, bleiben somit für andere wichtige gesellschaftliche Aufgaben im Land erhalten.

Gemeinsam in die operative Phase

Seit 2022 hat das Land intensiv daran gearbeitet, nicht nur den eigenen Ämtern, sondern auch den Gemeinden und anderen öffentlichen Körperschaften eine einheitliche und verlässliche Plattform zur Verfügung zu stellen. Generaldirektor Alexander Steiner gab nun den offiziellen Startschuss: „Nach umfangreicher Vorbereitung können wir jetzt in die operative Phase gehen.“

Die Festlegung dieser neuen Standards ist weit mehr als nur ein technisches Update in den Amtsstuben. Es ist ein klares Bekenntnis dazu, dass Südtirol die Digitalisierung als wertvolles Werkzeug nutzen möchte, um nachhaltiger zu bauen, unsere Infrastruktur besser zu pflegen und das Zusammenspiel zwischen Planern, Bauherren und unseren heimischen Handwerksbetrieben spürbar zu erleichtern.

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