Handwerk fordert faire Stundenlöhne und Entlastung bei IRAP01 / 09 / 2026
Im Gespräch mit Landeshauptmann Kompatscher fordert der lvh höhere Lohnsätze und eine unkomplizierte IRAP‑Reduzierung für kleine Betriebe
In Bozen trafen sich kürzlich lvh-Präsident Martin Haller und Direktor Walter Pöhl mit Landeshauptmann Kompatscher sowie Petra Mahlknecht von der AOV, um zentrale wirtschaftspolitische Anliegen des Südtiroler Handwerks zu erörtern. Beide Seiten betonten die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die Investitionen und Beschäftigung sichern.
Im Fokus stand die Anpassung der Stundenlöhne im Richtpreisverzeichnis, das seit 2024 unverändert bleibt, obwohl Lohn‑ und Lohnnebenkosten stark gestiegen sind. Der lvh warnt, dass veraltete Richtpreise zu Wettbewerbsverzerrungen führen und kleine Betriebe benachteiligen. Eine rechtlich fundierte Aktualisierung müsse gemeinsam mit den zuständigen Stellen in Rom erarbeitet werden.
Weiterhin diskutierten die Beteiligten die geplante IRAP‑Senkung von 3,9 % auf 2,68 %, die der Wirtschaft rund 50 Millionen Euro jährlich einbringen soll. Der Verband begrüßt die Entlastung, kritisiert jedoch die Kopplung an zusätzliche Kriterien wie Familienfreundlichkeit und soziale Leistungen, die neue Bürokratie erzeugen könnten. Laut Haller müsse die Steuererleichterung einfach und breit zugänglich bleiben, um gerade die kleinen Handwerksbetriebe zu unterstützen.
Kompatscher betonte die gemeinsame Prüfung der Anliegen des lvh unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Wirkung und Umsetzbarkeit, was ein starkes Signal für praxisnahe Wirtschaftspolitik sendet und den Grundstein für künftige Verbesserungen legt, um stabile Arbeitsplätze und faire Einkünfte in der Branche zu sichern.
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