Südtirol trauert um Hermann Atz, Wissenschaftler und kritische Stimme03 / 09 / 2026

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Südtirol trauert um Hermann Atz, Wissenschaftler und kritische Stimme03 / 09 / 2026

Südtirol trauert um Hermann Atz, Wissenschaftler und kritische Stimme<span class="hitradio-master-datum">03 / 09 / 2026</span>

Die Michael Gaismair Gesellschaft ehrt ihr Gründungsmitglied, das Südtirols Politik und Gesellschaft über Jahrzehnte prägte

Am vergangenen Samstag ereignete sich ein tragischer Kletterunfall am Sellajoch, bei dem der 73‑jährige Südtiroler Politologe und Meinungsforscher Hermann Atz sein Leben verlor. Atz, ein Gründungsmitglied der Michael Gaismair Gesellschaft seit 1985, war nicht nur in der akademischen Welt, sondern auch in der Zivilgesellschaft ein bekannter Name. Sein plötzliches Ableben löste tiefe Trauer aus, sowohl in der Forschungsgemeinschaft als auch bei den vielen Menschen, die seine Analysen über Jahrzehnte verfolgten und seine kritische Haltung gegenüber politischen Entwicklungen.

Die Gesellschaft würdigt Atz besonders für seine langjährige Mitarbeit am Institut Apollis und die gemeinsame Forschung mit der Universität Innsbruck. Im Rahmen des von der Landesregierung geförderten Projekts „Ethnische Differenzierung und soziale Schichtung in der Südtiroler Gesellschaft“ leitete er die wissenschaftliche Steuerungsgruppe und koordinierte die Analyse der ethnischen und sozialen Strukturen. Die 2016 im Nomos‑Verlag erscheinende Publikation, an der Max Haller und Günther Pallaver mitwirkten, gilt bis heute als Referenzwerk und liefert wichtige Impulse für die aktuelle Debatte über Integration und Identität.

Jenseits seiner wissenschaftlichen Leistungen war Atz für die breite Öffentlichkeit ein verlässlicher Kommentator, der komplexe politische Prozesse verständlich erklärte. Seine kritische Stimme prägte das öffentliche Meinungsbild und bot Orientierung in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen. Die Michael Gaismair Gesellschaft verliert damit nicht nur einen engagierten Mitstreiter, sondern Südtirol verliert einen bedeutenden Intellektuellen, dessen Vermächtnis weiterlebt. Seine Familie, Freunde und zahlreiche Kolleginnen und Kollegen teilen die tiefe Trauer und erinnern an sein unermüdliches Engagement für ein offenes und tolerantes Südtirol.

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