Südtirols Präventionsdefizit: Analyse zeigt dringenden Handlungsbedarf im Gesundheitswesen24 / 09 / 2026 | Robert
Die aktuelle Gimbe-Studie 2024 deckt erhebliche Lücken in kollektiver Prävention auf und stellt Südtirol hinter Trentino.
Eine neue Analyse der medizinischen Forschungsstiftung Gimbe für das Jahr 2024 wirft ein Schlaglicht auf die Gesundheitsversorgung in Südtirol. Während das benachbarte Trentino im nationalen Vergleich zu den wesentlichen Betreuungsstandards (LEA) zu den Top‑Fünf gehört, liegt Südtirol nur auf Platz 17. Besonders besorgniserregend ist das Ergebnis im Bereich kollektiver Prävention, das als ungenügend eingestuft wird. Die Zahlen verdeutlichen, dass die Region hinter den italienischen Vorgaben zurückbleibt.
Nach den LEA‑Punkten erzielt Südtirol lediglich 206 von möglichen 300, was einem Rückstand von fast ein Drittel entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Land zwar vier Punkte zulegen, doch das reicht nicht aus, um die Lücke zu schließen. Unter den 27 ausgewerteten Indikatoren schneidet die wohnortnahe Gesundheitsbetreuung mit Rang neun am besten ab, während die Krankenhausbetreuung (Rang 19) und die Prävention (Rang 20) im hinteren Drittel landen.
Trentino dagegen erreicht 271 Punkte und belegt den fünften Platz national. Trotz eines Punktverlustes von sieben Punkten bleibt das Trentino in der Prävention auf Rang eins und in der Krankenhausversorgung auf Rang zwei. Die Gegenüberstellung macht deutlich, dass Südtirol dringend strukturelle Reformen und gezielte Investitionen in präventive Maßnahmen braucht, um die Versorgungslücke zu schließen und die Lebensqualität der Bevölkerung zu sichern.
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