Morandell-Duell: Doppelrolle bedroht Südtirols Regierungsneutralität im Spannungsfeld von Politik und Verwaltung01 / 10 / 2026 | Robert
Der Vizelandeshauptmann fordert den Rücktritt der Generalsekretärin, um Interessenkonflikte zu vermeiden und das Vertrauen in Institutionen zu wahren.
Der Fall der ehemaligen Volksanwältin Gabriele Morandell hat die Südtiroler Politik erschüttert. Als Generalsekretärin der Region leitet sie ein wichtiges Verwaltungsamt, während sie seit Juni letzten Jahres zugleich Vorsitzende der Sozialen Mitte in der SVP ist. Diese Doppelrolle hat insbesondere nach ihrer kritischen Bewertung von Marco Galateos Schulprojekt „La Costituzione vista da noi“ für heftige Debatten gesorgt.
Vizelandeshauptmann Marco Galateo fordert, dass Morandell sich eindeutig für eine der beiden Aufgaben entscheidet. Er warnt, dass ihr politisches Engagement die notwendige Unparteilichkeit ihres Amtes gefährde und damit einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe, der das Vertrauen in demokratische Institutionen untergrabe. Morandell selbst betont, dass sie zwischen Beruf und politischer Berufung unterscheiden könne und will in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen.
Auch Landesrat Christian Bianchi unterstützt den Appell und weist darauf hin, dass das gut bezahlte Generalsekretärsamt neutral geführt werden müsse, um allen 70 Regionalratsabgeordneten ein verlässliches Bindeglied zu bieten. Landeshauptmann Arno Kompatscher erinnert an die grundsätzliche Pflicht öffentlicher Bediensteter, Unvereinbarkeiten eigenständig zu lösen. Der Ausgang des Konflikts könnte künftig die Regeln für die Vereinbarkeit von politischer Tätigkeit und öffentlichem Amt in Südtirol neu definieren.
Die Debatte wirft zudem Fragen nach der Transparenz von Parteifinanzierungen und der Rolle der Sozialen Mitte in einer zunehmend polarisierten Landespolitik auf. Beobachter erwarten, dass die Entscheidung Morandells ein Signal für die künftige Trennung von Amt und Parteipolitik setzen wird.
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